Ganz schön schräg! Der Dachwelten-Wettbewerb 2025

Die Preisträger*innen stehen fest! Acht Teams entwarfen innerhalb von sechs Stunden Konzepte für die Weiterentwicklung einer Tankstelle in Würzburg.

Vom 24. bis 26. September 2025 fand die 19. Ausgabe von Dachwelten statt, dem deutschlandweiten Hochschulwettbewerb zum geneigten Dach. Unter dem Motto „Ganz schön schräg!“ rief das Deutsche Dach-Zentrum e. V. erneut zu kreativen Ideen rund um das geneigte Dach auf – und BauNetz CAMPUS war dabei.

Treffpunkt: Kulturspeicher

Jedes Jahr wählen die Dachwelten-Organisator*innen einen neuen Standort und eine passende Aufgabe. Diesmal trafen sich Studierende, Lehrende und Industrievertreter*innen in Würzburg. In den Ausstellungsräumen des Museums im Kulturspeicher konnten die acht Viererteams, umgeben von Kunstwerken, ungestört im Stegreif-Format arbeiten und innerhalb von sechs Stunden ihre ausgereiften Konzepte liefern. Die Entwurfsaufgabe enttäuschte nicht: Es ging um die Tankstelle als Labor für kulturelle Stadtentwicklung. Das behandelte Grundstück – direkt gegenüber. 

Was wird aus dem Protagonisten der fossilen Mobilität?

Flaches Vordach, grelle Farben, ein kleiner Laden – Tankstellen gehören zur Stadtlandschaft, ob als Nahversorger, Jugendtreffpunkt oder Ladestation. Doch in Zeiten der Verkehrswende droht ihnen die Obsoleszenz. Hier setzten die cleveren Szenarien der Studierenden an: Umbau, Ausbau oder Abbau; Kultur, Erholung oder Wohnen. Und obendrein schräge Dächer. 

Prämierte Zukunftsszenarien 

Mit einem Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro zählt Dachwelten zu den lukrativsten Wettbewerben für Studierende. Die Jury verteilte die Summe auf drei Gewinner*innenteams.

  • 1. Platz: Kristin AmmersbachMarvin HörnleLea Schlereth und Tom Stryjski von der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (5.000 Euro).
    Der Entwurf „Kulturstelle“ basiert auf drei Prinzipien: Fügen, Ausrichten und Verbinden. Mit einfachen Eingriffen reagiert er auf den urbanen Kontext. Das neue Ensemble integriert erkennbare Elemente der Tankstelle wie das Vordach, das zum verbindenden „Laufsteg“ fungiert. Neue, geneigte Dachflächen dienen der Energiegewinnung. Ein schlüssiges Konzept, das sich sogar auf andere Tankstellen übertragen ließe.
  • 2. Platz: Luisa Demmer, Philipp Haßmann, Lea Kattenbeck und Tim Schönfeldt von der Fachhochschule Dortmund (3.500 Euro).
    Das Projekt „Kraftstoff Würzburg“ setzt auf eine skulpturale Aufstockung, die mit Ausstellungs- und Werkstattnutzungen ein Gegenstück zum Museum bildet. Die neue Dachlandschaft verwandelt die anonyme Tankstelle in ein architektonisches Statement und schafft einen kreativen Ort der Entschleunigung.
  • 3. Platz: Xjuscha Antz, Isabel Bodenmiller, Enrico Pepelnik und Johannes Zwicker von der Technischen Hochschule Augsburg (1.500 Euro).
    Ein gekipptes Tankstellendach und komplett neue Raumqualitäten: Der Entwurf „Zur Tanke?“ öffnet sich großzügig zum Stadtraum und bietet multifunktionale Flächen auf zwei Ebenen. Die neue Struktur – weder Innen- noch Außenraum – wird zum schwellenlosen Treffpunkt für Fußgänger*innen, ähnlich wie Tankstellen es einst für Autos waren.

Kreative Energie an einem Ort gebündelt 

Der Wettbewerb fand zum ersten Mal seit der Pandemie wieder in Präsenz statt. So soll er in den nächsten Jahren fortgesetzt werden, bestätigten die Organisator*innen. Die Freude der Teilnehmenden war groß, denn Dachwelten lebt letztendlich von den Begegnungen, dem intensiven Austausch und der gebündelten kreativen Energie. Besonders das Rahmenprogramm, das Studierende und Bauindustrie zusammenbringt, macht das Format einzigartig. So verschwinden jegliche Berührungsängste schon in den ersten Studienjahren. Wir sind schon gespannt auf die nächste Ausgabe, mit der Dachwelten ihr 20-jähriges Jubiläum feiern wird.