„Constructive Disobedience“: Konferenz in Braunschweig

Am 15. und 16. September 2022 findet im Braunschweiger Staatstheater die Konferenz „Constructive Disobedience“ statt. Das „Institut für Baukonstruktion“ der Technischen Universität Braunschweig bringt unter der Leitung von Prof. Helga Blocksdorf internationale Speaker*innen zusammen, um sich über experimentelles Bauen auszutauschen.

Technische Universität Braunschweig

jm | 06.07.2022

„Constructive Disobedience“ lautet das Motto der zweitägigen Konferenz im Braunschweiger Staatstheater. Vom 15. bis zum 16. September 2022 kommen dort unter der Federführung des „Institut für Baukonstruktion“ der Technischen Universität Braunschweig Architekt*innen und Praktiker*innen aus der ganzen Welt zusammen, um ihre Erfahrungen mit dem Experimentieren im Bauwesen weiterzutragen. Die Braunschweiger Professorin Helga Blocksdorf ruft zusammen mit Katharina Benjamin, Gründerin der Architektur-Online-Plattform „Kontextur“, und Prof. Dr. Matthias Ballestrem von der Hafen City Universität Hamburg dazu auf, in einer Branche, die von Normen und stringenter ökonomischer Rationalität geprägt ist, ungehorsam zu sein und das konstruktive Experiment zu wagen. Vor dem Hintergrund der zu bewältigenden Herausforderung eines ökologischeren und klimagerechteren Bauens ist es  unablässig, auch in der Baupraxis ergebnisoffen arbeiten zu können, so die Organisator*innen der Konferenz.

Gebautes Wissen

Die Kuppel des Florentiner Doms von Filippo Brunelleschi oder Richard Buckminster Fullers als geodätische Kuppeln sind historische Paradebeispiele. Dabei handelt es sich um gebaute Experimente, aus denen wir heute die Entwicklungsstufen des Konstruierens und Bauens herleiten können. Für die Praxis bedeutete dies – und bedeutet es noch immer – gewisse Risiken einzugehen. Im Rahmen der Konferenz soll ausgelotet werden, in welchem Rahmen dieses Risiko in einer produktiven Art und Weise in unsere Baupraxis integriert werden kann. 

„Ungehorsame Konstruktionen“ 

Ein zeitgenössisches Beispiel für „ungehorsame Konstruktion“ liefert der Schweizer Architekt Roger Boltshauser, der seine jahrelange Erfahrung mit dem Material Stampflehm nutzte, um mit Studierenden der Technischen Universität München die weltweit erste Stampflehm-Vorhangfassade im bayerischen Cham zu realisieren. Dahingegen geht das belgische Büro BLAF architecten mit der Entwicklung des „Big Brick“ ganz eigene Wege im Bau von selbsttragenden Mauerschalen, während sich Susanne Brorson mit saisonal wechselnden Wandbekleidungen, einem heute fast vergessenem Prinzip, beschäftigt. Diese und viele weitere Beispiele für experimentelles Bauen präsentieren die Vortragenden im September 2022 in Braunschweig. Als Medienpartner ist baunetz CAMPUS vor Ort und berichtet von den Ergebnissen und Eindrücken.  

Informationen:

Zeit: 15. und 16. September 2022
Ort: Staatstheater Braunschweig / Louis-Spohr-Saal, Am Theater, 38100 Braunschweig
Teilnahme: Ist mit bis zum 1. September 2022 erfolgter Registrierung möglich

Eine Livestream-Übertragung mit Simultanübersetzung ist vorgesehen.