Von Kleinstarchitektur bis Infrastruktur: Campus Masters 2022 entschieden

Zum zehnten Mal fand am vergangenen Donnerstag die Jahresjurierung der Campus Masters statt. Baunetz CAMPUS prämierte die besten Bachelor- und Masterarbeiten, die aus den fünf Wettbewerbsdurchgängen des Jahres 2022 hervorgegangen sind.

Hochschulübergreifend

np und kl | 16.01.2023

Aus insgesamt 18 Abschlussarbeiten wählte die Jury, bestehend aus Matthias Ballestrem von Bauhaus Erde (Berlin und Potsdam), Margit Sichrovsky von LXSY Architekten (Berlin) und Sorana Radulescu, Chefredakteurin von baunetz CAMPUS, einen ersten, einen zweiten und zwei vierte Plätze aus. Vorgestellt wurden die Arbeiten von Moana Ühlein, studentische Mitarbeiterin bei baunetz CAMPUS.

  • 1. Platz: Alexander Horbach und Sascha Lehnhardt mit „ a circus – Ein Stadtentwicklungspavillon“, Kunstakademie Düsseldorf
  • 2. Platz: Lorena Stephan und Sylvia Brüstle mit „ Allianz für die Jugend – Ein neuer Stadtbaustein an der Karlshöhe Stuttgart “, Universität Stuttgart
  • ein 4. Platz: Cornelius Menzel mit „INKORE Berlin – Innovations- und Kompetenzzentrum für Baustoffrecycling Westhafen“, Technische Universität Berlin
  • ein 4. Platz: Dennis Bui und Luca Brüggemann mit „ UTOPIE? - Umnutzung einer Bohrinsel – Autarke Meeresforschung statt Ölförderung “, Universität Stuttgart

Nach einer regen Diskussion entschied sich die Jury dazu, anstatt eines dritten  zwei vierte Preise zu vergeben. Überzeugen konnten die beiden viertplatzierten Projekte mehr mit ihren interessanten Fragestellungen, denn aufgrund der architektonischen Formulierung.

Die preisgekrönten Projekte

Gleich aus mehreren Gründen wurde die Masterarbeit „a circus“ von Alexander Horbach und Sascha Lehnhardt mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Diese besteht aus Entwurf und Realisierung eines Pavillons mit einem wandelbaren Raum, der zur Stadtentwicklung beitragen und einen Dialog anregen soll. Das Projekt überzeugte die Jury wegen der durchdachten Konstruktion, der hohen räumlichen Qualität und baulichen Angemessenheit. Auch die Materialwahl ist den Juror*innen positiv aufgefallen: Das an ein Zirkuszelt erinnernde Bauwerk besteht aus Altholz und Recyclingmaterialien. Die Arbeit will auf spielerische Art und Weise den direkten Umgang der Menschen mit dem Stadtraum fördern. Entstanden ist sie als DesignBuild-Projekt in der Baukunstklasse von Thomas Kröger an der Kunstakademie Düsseldorf.

Bei dem zweitplatzierten Projekt „Allianz für die Jugend “ von Lorena Stephan und Sylvia Brüstle handelt es sich um einen Versammlungs- und Interaktionsort für junge Menschen. Ein Versicherungsgebäude an der Karlshöhe Stuttgart soll mit wenigen Maßnahmen zu einem Jugendzentrum umgebaut werden. Die Masterarbeit konnte die Jury durch die intensive städtebauliche Auseinandersetzung und die gelungene Weiterführung der daraus abgeleiteten Idee auf die Ebene des Gebäudes überzeugen. Die minimalen Eingriffe seien in sich schlüssig und effektvoll, so die Jury. Abschließend lobte sie die stimmige und aussagekräftige Darstellung. Die Arbeit ist am Institut für Raumkonzeption und Grundlagen des Entwerfens von Markus Allmann und am Institut für Architekturgeschichte von Klaus Jan Philipp an der Universität Stuttgart entstanden.

Den vierten Platz teilen sich zwei infrastrukturelle Projekte. Der Entwurf „INKORE Berlin“ von Cornelius Menzel sieht ein Innovations- und Kompetenzzentrum für Baustoffrecycling im Berliner Westhafen vor. Der Jury hat an diesem Projekt besonders gefallen, dass es sich mit der relevanten Typologie einer Recyclinganlage auseinandersetzt. Die Masterarbeit wurde am Lehrstuhl von Ralf Pasel an der Technischen Universität Berlin eingereicht. Den anderen vierten Platz bekleiden Dennis Bui und Lucca Brüggemann mit ihrer Masterarbeit „UTOPIE? - Umnutzung einer Bohrinsel”. Hier hat die Wahl des Ortes die Jury gereizt: Ein Raum mitten im Nichts, der seine Funktion erfüllt hat und nicht mehr im ursprünglichen Sinne gebraucht wird. Auch diese Arbeit ist am Institut für Raumkonzeption und Grundlagen des Entwerfens von Markus Allmann an der Universität Stuttgart entstanden.

Die Jahresgewinner 2022 erhalten ein iPad. Die zweiten Preisträger bekommen jeweils vier Ausgaben der ARCH+ und einen Gutschein im Wert von 50,- Euro für Modulor. Die beiden Viertplatzierten bekommen jeweils die beiden Bände Mobility Design – Die Zukunft der Mobilität gestalten I und II, die im JOVIS-Verlag erschienen sind. Wir gratulieren den Sieger*innen und bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen. Die Campus Masters werden unterstützt von GIRA.