„Grüne Stadt der Zukunft“: Forschungsprojekt für eine klimaresiliente Stadt

Durch den Klimawandel wird es vor allem in Städten immer heißer. Ein Forschungsteam an der Technischen Universität München beschäftigt sich in dem Projekt „Grüne Stadt der Zukunft“ mit der Frage, wie städtische Quartiere klimaresilient werden können.

Technische Universität München

np | 09.08.2022

Die Luft über dem heißen Asphalt flimmert, schattige Plätze sind rar und die Straßen wie leergefegt – ein Szenario, das an einem Hochsommertag in vielen großen Städten zu beobachten ist. Die sich ändernden klimatischen Bedingungen wirken sich negativ auf die Lebensqualität in Städten aus. Am Beispiel der Stadt München entwickelt das Forschungsteam des Projekts „Grüne Stadt der Zukunft“ an der Technischen Universität München Lösungsansätze für den Umgang mit den Folgen des Klimawandels in wachsenden Städten. Insgesamt wurden bisher sechs Münchner Stadtquartiere im Hinblick auf drei Hauptaspekte erforscht. Die Forscher*innen interessierten sich zum einen für die regulierende Kraft grüner Infrastrukturen hinsichtlich der Klimaanpassung. Zum anderen beschäftigten sie sich mit Klimaschutzaspekten im Gebäudebereich. Des Weiteren erforschte das Team Perspektiven und Potenziale der Stadtgesellschaft für eine klimaangepasste Stadt. Aufbauend auf ihren Untersuchungen formulierten sie Anpassungsmaßnahmen für eine bessere Klimaresilienz in Großstädten. Bis Ende 2023 sollen die Ergebnisse der bereits abgeschlossenen Forschungs- und Entwicklungsphase, die vom Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung koordiniert wurde, in einer zweijährigen Umsetzungs- und Verstetigungsphase in die Praxis überführt werden. Letztere findet am Lehrstuhl für energieeffizientes und nachhaltiges Planen und Bauen statt. Die Forschungsergebnisse aus der ersten Phase wurden in Form von Broschüren, Factsheets und Videos aufbereitet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gefördert wird das interdisziplinäre Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Forschungsergebnisse

Zur Präsentation ihrer umfangreichen Forschungsergebnisse hat das Forschungsteam eine Broschürenreihe veröffentlicht. In der ersten der insgesamt vier Broschüren werden aktuelle Planungsansätze und -prozesse für eine klimaresiliente Stadtentwicklung analysiert. In diesem Zusammenhang werden sowohl Herausforderungen als auch Handlungsoptionen und Lösungsansätze aufgezeigt. Die zweite Broschüre geht der Frage nach, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um ein klimaresilientes und -neutrales Stadtquartier zu schaffen. Sie enthält unter anderem zwei Maßnahmensteckbriefe, die den optimierten Einsatz und die Wirkungen sogenannter grüner und grauer Maßnahmen in urbanen Nachverdichtungs- und Neubauszenarien wiedergeben. In der dritten Broschüre wird das vielfältige Potenzial, das urbanes Grün für die Stadtbevölkerung birgt, aufgezeigt. Außerdem sind hier praxisnahe Handlungsempfehlungen zu finden, wie verschiedene Akteur*innengruppen tatkräftig werden können, um einen Beitrag zum Erhalt und zur Verbesserung von urbanem Grün zu leisten. Die vierte Broschüre zielt darauf ab, für die Gestaltbarkeit von wünschenswerten Entwicklungen in einer wachsenden Stadt im Klimawandel zu sensibilisieren. Die Vielfalt an Gestaltungsoptionen wurde hier mithilfe von Zukunftsbildern herausgearbeitet.

Film zum Projekt „Grüne Stadt der Zukunft“, Video: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung

Neben den Broschüren hat die Forschungsgruppe fünf Fact Sheets publiziert. Auf jeweils sechs Seiten werden die Themen Potenziale grüner Infrastruktur für ein nachhaltiges Starkregenmanagement, Potenziale des Münchner Grüngürtels für eine klimaresiliente Stadtentwicklung, gemeinschaftliche Finanzierung von grünen, lebenswerten Stadtquartieren, Einbringungsmöglichkeiten von Unternehmen bei der Gestaltung von Stadtgrün sowie Klimaresilienz in der nachverdichteten Stadt beleuchtet. Die Fact Sheets sind gespickt mit Infografiken, Definitionen, Best-Practice-Beispielen und Checklisten. Sie sollen Planer*innen als praktische Handlungsempfehlungen dienen.