Der Nachwuchs zeigt, wo’s hingeht: Der Heinze ArchitekturAWARD 2025

Ökologisch sensibel und sozial engagiert: Die Preisträger*innen des Nachwuchspreises beim Heinze ArchitekturAWARD 2025 überzeugen mit Entwürfen, die Haltung zeigen.

Beim BauNetz Heinze Klimafestival am 19. November wurden die Gewinner*innen des Nachwuchspreises des Heinze ArchitekturAWARDs verkündet – erneut wurden herausragende studentische Arbeiten ausgezeichnet. Teilnehmen konnten Studierende aus Deutschland und Österreich, einzeln oder in Gruppen, mit Projekten aller Bereiche des Wohn- und Nichtwohnbaus. Die Jury, bestehend aus Gabriela Hauser (buerohauser)Caroline Nagel (COBE Kopenhagen) und Jörg Finkbeiner (Partner und Partner Architektur), kürte drei Projekte, die exemplarisch zeigen, wie kreativ, kritisch und zukunftsorientiert junge Architekt*innen denken. Jedes Team erhielt 2.000 Euro Preisgeld.

Die Preisträger*innen sind:

  • Jule Jünger und Hannah Steinborn (Technische Universität Berlin) mit „Der Traum ist – Einfamilienh(aus)“
  • Franziska Sorger und Öykü Tok (Technische Universität München) mit „Material Perspectives – Towards Bioregionalism in the Oberpfalz“
  • Felix Ridder, Moritz Wette, David Seitz und Giorgio Bruno (Technische Universität Berlin / Universität Leipzig) mit „what when the pumps stop?“

Transformation im Speckgürtel

Wie lässt sich eine der umstrittensten Gebäudetypologien unserer Zeit neu denken? Das untersucht das Projekt „Der Traum ist – Einfamilienh(aus)“ von Jule Jünger und Hannah Steinborn. Es widmet sich den Einfamilienhausgebieten im Berliner Umland und zeigt, dass Transformation hier keine Bedrohung, sondern eine Chance ist. Mit präzisen räumlichen Eingriffen und einer positiven Erzählung öffnen sie bestehende Strukturen für gemeinschaftliche Nutzung, verdichten behutsam und schaffen neue soziale Beziehungen. Statt Abriss oder Verzicht steht die Wiederentdeckung des Potenzials von Nachbarschaften im Mittelpunkt – ein Entwurf, der Mut macht, Veränderung aktiv zu gestalten.

Material als Haltung

Das Projekt „Material Perspectives – Towards Bioregionalism in der Oberpfalz“ von Franziska Sorger und Öykü Tok untersucht in ihrer Masterarbeit, wie industrielle Abfallströme aus der Glas- und Porzellanproduktion zu nachhaltigen Baustoffen transformiert werden können. Aus diesen Nebenprodukten entwickeln die beiden Studierenden neue, ökologische Materialien und erproben, wie Kreisläufe lokal geschlossen werden können. Ihr Ansatz kombiniert kurze Transportwege, regionale Wertschöpfung und eine gestärkte Identität für die Region. Die Jury würdigte den Forschungscharakter des Projekts, das zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht zwangsläufig global gedacht werden muss – manchmal reicht der Blick vor die eigene Haustür, um neue Antworten zu finden.

Wasser als Entwurfsprinzip

Im Kontext von Klimawandel und Kohleausstieg untersucht das Projekt „what when the pumps stop?“ von Felix Ridder, Moritz Wette, David Seitz und Giorgio Bruno die Zukunft des Wassers in Brandenburg. Angesichts drohender Wasserknappheit betrachten die Studierenden Wasser nicht nur als Ressource, sondern als lebendiges, formendes Element – als „Wetness“. Ihr Entwurf verknüpft dabei Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und Ökologie zu einem dynamischen System, das flexibel auf Dürre, Überschwemmung und andere Veränderungen reagieren kann. Die Jury lobte die konzeptionelle Tiefe, die gestalterische Konsequenz und den prozesshaften Ansatz, der Stadt und Umwelt als lernfähiges, miteinander verwobenes System denkt.