„Namibia Approaches“: Studierende entwickeln Projektideen für eine Farm nördlich von Windhoek

Im Rahmen eines Seminars hat eine Gruppe von Studierenden an der Fachhochschule Dortmund Projektideen für eine Ausbildungsstätte in der Region Otjonzondjupa entwickelt. Betreut wurde die Lehrveranstaltung von Vertretungsprofessorin Andrea Salgert.

Fachhochschule Dortmund

np | 16.05.2022

Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit möglichen Projekten in Namibia war der persönliche Kontakt von zwei Studierenden zu einer Kinderhilfsorganisation, die gemeinnützige Projekte in Namibias Hauptstadt Windhoek im Stadtteil Katutura unterstützt. Daran anknüpfend stellte sich eine Seminargruppe am Fachbereich Architektur der Fachhochschule Dortmund die Frage, welchen Beitrag eine Architekturfakultät zum Thema Planen und Bauen für und insbesondere mit Menschen in anderen Regionen der Welt leisten könnte. Im Wahlpflichtmodul „Sondergebiete, Tragwerkslehre und Entwerfen“, betreut von Vertretungsprofessorin Andrea Salgert und Prof. Dr. Reinhild Schultz-Fölsing, setzten sie sich die Teilnehmer*innen im Sommersemester 2021 mit dem Land, seinen unterschiedlichen Herausforderungen und Chancen sowie mit geplanten und realisierten Bauvorhaben in Namibia auseinander.

Darauf aufbauend entwickelten Studierende im Wintersemester 2021/22 Ideen im Integrierten Projekt/Integrierten Modul bei V. Prof. Andrea Salgert und Michael Arzberger konkrete Planungen für Ausbildungsstätten, – sogenannte Vocational Labs – bestehend aus einer Gärtnerei, einem überdachten Aufenthaltsplatz (Lapa), einer Bäckerei mit Café, einer Lehrküche sowie jeweils einem Gebäude für Textil-, Metall- und Tischlerarbeiten.

Recherche und persönlicher Kontakt

Im ersten Schritt machten sich die Studierenden mit Namibia vertraut, zum einen mit den klimatischen, geografischen und infrastrukturellen Besonderheiten des Landes, zum anderen mit der Geschichte und dem politischen System. Desweiteren waren die verschiedenen Bevölkerungsgruppen, Schul- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie ortsbezogene, traditionelle Bauweisen und regional verfügbare Materialien Gegenstand ihrer Recherchen. Diverse Gastvorträge und Diskussionsrunden zu geplanten und realisierten Projekten im afrikanischen Raum waren Bestandteil des Seminars. Schließlich führten die Studierenden Interviews mit Personen, die in Namibia leben, um sich ein Bild von den spezifischen Rahmenbedingen zu machen.

Entwicklung von Projektideen

Auf Grundlage der umfangreichen Recherchen erarbeiteten Studierende in einer zweiten Lehrveranstaltung differenzierte bauliche Anlagen für das Farmgelände. Im Zuge des integrierten Projektes und Moduls sind Entwürfe und Modelle für unterschiedliche Gebäude wie etwa Gärtnereien oder Werkstätten entstanden. Außerdem konzipierten die Studierenden einen Entwurf für eine Lapa, eine in der Regel offene, reetgedeckte Holzkonstruktion, die im südlichen Afrika verbreitet ist. Sie dient der geschützten Beobachtung von Landschaft und Tieren sowie gesellschaftlichen Zwecken.


Veröffentlichung der Ergebnisse und mögliche Umsetzung

Die zusammengetragenen Ergebnisse aus den Recherchen der ersten Lehrveranstaltung sollen in dem Buch „Namibia Approaches. O munue unue kautore O naa – One finger can’t pick up a needle“ publiziert werden. Die Veröffentlichung der Entwürfe soll in einer zweiten Publikation erfolgen. V. Prof. Andrea Salgert plant außerdem eine Umsetzung der Studierendenentwürfe mithilfe von Koorperationspartner*innen:

„Ziel ist es ein konkretes Projekt - unter der Prämisse des notwendigen Bedarfs und im Zusammenspiel gemeinsamer Erfahrungen - umzusetzen.“ Andrea Salgert