Das „fotografische Gedächtnis“ der Nation: Entwürfe für ein zentrales Institut für Fotografie

Die Architekturstudierenden der Technischen Universität Darmstadt sollten im Wintersemester 2021/22 am Fachgebiet „Entwerfen und industrielle Methoden der Hochbaukonstruktion EIK“ von Prof. i.V. Florian Latsch und Prof. i.V. Martin Baur ihre Visionen für ein zentrales Bundesinstitut für Fotografie in Düsseldorf durcharbeiten. Herausgekommen sind variantenreiche Entwürfe für diese bisher einmalige Bauaufgabe.

Technische Universität Darmstadt

jm | 07.07.2022

Im Wintersemester 2021/22 bekamen Studierende des Bachelor- und Masterstudienganges Architektur an der Technischen Universität Darmstadt eine besondere Aufgabe gestellt. Das Fachgebiet „Entwerfen und industrielle Methoden der Hochbaukonstruktion EIK“ unter der Leitung der beiden Professoren i.V. Florian Latsch und Martin Baur betraute die Kursteilnehmer*innen mit dem Entwurf eines zentralen Bundesinstitutes für Fotografie in Düsseldorf. Die Stadt verfügt über eine reiche Tradition in dieser Kunstdisziplin. Bedeutende Fotograf*innen wie Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky oder Wolfgang Tilmanns lehrten, lernten und wirkten vor Ort. Das zu planende zentralisierte Institut soll seinen Platz als das „fotografische Gedächtnis“ der Nation einnehmen. Im Fokus der Nutzung steht dabei vor allem das Sammeln, Konservieren und Erforschen der Artefakte aus 180 Jahren deutscher Fotografiegeschichte.


Expressionistische Nachbarn

Für den Entwurf bedeutete dies, dass vor allem die speziellen Anforderungen an Lichtempfindlichkeit und Lagerbeständigkeit der Sammlung eine große Rolle spielten. Doch nicht nur der Archivierung, sondern auch den Räumlichkeiten für die Forschung sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Entwurfsgrundstück befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum denkmalgeschützten „Ehrenhof“, einem nach Plänen des Architekten Wilhelm Kreis im Jahre 1926 errichteten Kulturforum. In expressionistischer Formensprache sind in der streng symmetrischen Anlage mehrere Museen und eine Tonhalle eingegliedert. Östlich davon ist der Bauplatz für den Entwurf situiert. Er befindet sich am Übergang zum Düsseldorfer Hofgarten, einer Parkanlage, deren Geschichte bis ins Jahr 1769 zurückreicht. Die Analyse und Interpretation dieses historischen Kontextes und der freiräumlichen Bezüge stellten einen Grundbaustein für die nachfolgende Entwurfsarbeit dar. 

Entwerfen mit Modellen

Im weiteren Verlauf des Entwurfsseminars sollten die Studierenden ihre Ideen vor allem mit dem Medium des Modells weiterentwickeln und veranschaulichen. Von der rein städtebaulichen Setzung im Maßstab 1:500 musste der Entwurf bis hin zu Fassadenstudien in 1:50 exerziert werden. Entstanden sind dabei detailreiche Modelle, mit denen Lichtstimmung, Materialeinsatz und räumliche Proportionen anschaulich und greifbar verdeutlicht werden.