Das A und O: Entwürfe für Augenoptik und Hörakustik
Von der Raumausstattung bis zum Brillenetui: Studierende der Hochschule Wismar entwickelten Raumkonzepte für Augenoptik und Hörakustik, die Beratung, Handwerk und Markenidentität verbinden.
Wie werden Fachgeschäfte für Augenoptik und Hörakustik zu mehr als nur Verkaufsflächen? Im Entwurfsprojekt „A & O – Räume für Augenoptik und Hörakustik“ entwickelten fünf Innenarchitekturstudierende an der Hochschule Wismar im Wintersemester 2025/26 neue Filialkonzepte für das Unternehmen Rottler Optik und Akustik. Unter der Leitung von Prof. Gerd Baron und Prof. Henning Schellhorn entstanden Entwürfe, die die räumliche Gestaltung solcher Fachgeschäfte neu interpretieren und im Kontext eines übergreifenden Corporate Designs denken.
Eine Filiale, viele Nutzungen
Die Aufgabe bestand darin, die besonderen Anforderungen beider Berufsfelder in zukunftsfähige Innenraumkonzepte zu übersetzen. Beratung, Produktpräsentation, Werkstatt, Refraktion und Audiometrie sollten funktional ineinandergreifen, ohne den Raum in starre und abschottende Zonen zu zerlegen. Zugleich galt es, Aufenthaltsqualität zu schaffen und für jeden Entwurf ein eigenständiges Corporate Design zu entwickeln.
Eine Exkursion ins Sauerland ermöglichte den Studierenden Einblicke in die Arbeitsweisen und die Philosophie des Familienunternehmens. Ihre Entwürfe suchten nach individuellen Lösungsansätzen für Beratung, Produktpräsentation, Kundeninteraktion und räumliche Identität.
Fünf Positionen für Sehen und Hören
Marielle Kiessig setzte auf ein skalierbares Baukastensystem aus stapelbaren Modulen, das sich an wechselnde Anforderungen und verschiedene Filialgrößen anpasst. Bei Emilia Grullini bildete eine geschwungene Welle das kommunikative Herzstück des Ladens: Sie verbindet Empfang, Wartebereich und Beratung. Nora Tuppi nahm die Nürnberger Drahtbrille zum Ausgangspunkt und übersetzte deren filigrane Konstruktion in Präsentationsmöbel, Leuchten und ein offenes Raumkonzept mit Café. Lea Hamel kombinierte eine klar gegliederte Raumorganisation mit gebürstetem Stahl, grünlichem Marmor und modularen Präsentationselementen. Deike Lienemann entwickelte ein Raster aus verschiebbaren Ausstellungskästen, das die Brillenpräsentation zum aktiven Entdecken macht.
Die Filiale als Erfahrungsraum
So unterschiedlich die Entwürfe erscheinen mögen, teilen sie doch dieselbe Vorstellung: Eine Filiale für Augenoptik und Hörakustik ist weitaus mehr als eine reine Verkaufsstätte. Hier werden Expertise und Handwerk sichtbar, die verschiedenen Bereiche werden durch eine einheitliche Gestaltungslinie miteinander verbunden. Von der modularen Auslage bis zum offenen Werkplatz wird der Laden zum Ort, an dem Sehen und Hören nicht nur verkauft, sondern räumlich vermittelt werden.