Stadtplanerin zwischen Verwaltung und Aktivismus: Gemeinwohl ist keine Floskel

Judith Nurmann arbeitet als Stadtplanerin an der Schnittstelle von Verwaltung, Fachöffentlichkeit und Bundespolitik. Schon während ihres Studiums an der HafenCity University Hamburg (HCU) beschäftigte sie sich mit den Folgen des demografischen Wandels. Die allgemeine Erkenntnis „Wir werden weniger, älter, bunter und ärmer“ übertrug sie in ihrer Masterarbeit auf Einfamilienhaussiedlungen im Emsland, ihrer Heimat. Dort begann sie später ihre Laufbahn in der öffentlichen Verwaltung. Heute ist sie stellvertretende Leiterin der Abteilung Bebauungsplanung im Bezirksamt Hamburg-Nord. 

Doch Judiths Engagement reicht weit über ihren Job hinaus. Angetrieben vom Wunsch, das Gemeinwohl zu stärken, wurde sie 2022 Sprecherin für Boden- und Wohnungspolitik im Architects for Future Deutschland e. V. In dieser ehrenamtlichen Funktion tritt sie regelmäßig im Bundestag auf, um die Machtverhältnisse zwischen kommunalen Verbänden und der Immobilienwirtschaft zu beleuchten. Sie durchdringt die komplexen Zusammenhänge der Wohnungspolitik und nutzt soziale Medien, um andere zu motivieren und selbst aktiv zu werden. 

Was bedeutet es, als junge Aktivistin einen dreiminütigen Redebeitrag im Bundestag zu halten? Warum fordert Judith eine radikalere Haltung von Hochschulen? Was sagt sie über den Einfluss von Lobbyismus – und warum sollten wir Bundestagsabgeordneten öfter schreiben? Eine Folge über die Rollen, die man zwischen zivilem Engagement und Stadtverwaltung bekleiden kann.

Ob Fachplaner*in im konventionellen Architekturbüro oder Grenzgänger*in im Bühnenbau: In unserem „ALUMNI-Podcast: Studiert, um zu bauen?“ sprechen wir mit unseren Gästen über ihre beruflichen Stationen nach dem absolvierten Architekturstudium, über ihre aktuelle Situation und die Wege, die sie dorthin geführt haben.

Teaserbild: Judith Nurmann, Foto: © Torsten Hahn
Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath
Redaktion: Katharina Lux 
Text: Sorana Rădulescu