Zimmernder Professor: Denken mit den Händen
Zimmerermeister, Architekt, Gründer des Architekturbüros b² und heute Professor für Bau, Erhalt und traditionelle Werktechniken an der Hochschule Coburg: Benedikt Buchmüllers Werdegang beginnt nicht im Hörsaal, sondern auf der Baustelle. Nach der Hauptschule absolviert er eine Ausbildung zum Zimmerer und legt damit den Grundstein für ein Architekturverständnis, das von der Praxis aus denkt.
In dieser Folge wird schnell deutlich, welches Potenzial ein praxisbasierter Lebenslauf mit sich bringt. Benedikts Ausbildung und seine spätere Qualifikation als Hochbautechniker eröffnen ihm einen unmittelbaren Zugang zu Materialität und Konstruktion – ein Wissen, das im akademischen Kontext häufig in den Hintergrund tritt. Mit dem von ihm mitbegründeten Kollektiv N.ORT arbeitet er an Projekten im Bestand und erprobt Formen des Weiterbauens, die auf Zusammenarbeit und lokale Ressourcen setzen.
Diese Ansätze überträgt er auch in die Lehre – und entwickelt dabei sogar neue Studienplanmodelle: In Coburg baut er derzeit einen bislang deutschlandweit einzigartigen dualen Studiengang auf, der handwerkliche Praxis, zirkuläres Denken und den Umgang mit bestehender Bausubstanz miteinander verbindet.
Wie verändert die Praxis unseren Blick auf Architektur? Und wie kann ein Werdegang aussehen, der mit einer Zimmererausbildung beginnt und bereits in jungen Jahren in eine Professur mündet? Ein Gespräch über das Machen als Methode, die Verschränkung von Theorie und Handwerk und Modelle der Ausbildung für eine ressourcenbewusste, soziale Baukultur.
Ob Fachplaner*in im konventionellen Architekturbüro oder Grenzgänger*in im Bühnenbau: In unserem „ALUMNI-Podcast: Studiert, um zu bauen?“ sprechen wir mit unseren Gästen über ihre beruflichen Stationen nach dem absolvierten Architekturstudium, über ihre aktuelle Situation und die Wege, die sie dorthin geführt haben.
Teaserbild: Benedikt Buchmüller, Foto: © Simon Jonke
Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath
Redaktion und Text: Katharina Lux