Gutes aus der Region: Neue Professur für Niklas Fanelsa

An der Technischen Universität München lehrt seit Beginn des Sommersemesters 2022 Prof. Niklas Fanelsa. Der Schwerpunkt des neuen Professors liegt auf der Ausweitung von Praktiken wie Reallabore, Workshops und 1:1-Prototypen. Ein wesentlicher Wirkungsort und zugleich eine Inspirationsquelle ist für ihn der ländliche Raum.

Technische Universität München

jm | 14.07.2022

Niklas Fanelsa hat zum 01. April 2022 die „Tenure Track Professur für Architecture and Design“ an der Technischen Universität München übernommen. Den praktizierenden Architekten zeichnet eine Faszination für den ländlichen Raum und dessen Potenziale aus. Nach dem Studium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen RWTH und am Tokyo Institute of Technology war Fanelsa in Belgien bei De Vylder Vinck Taillieu und in Berlin bei Thomas Baecker Bettina Kraus Architekten tätig. Eine weitere berufliche Station war seine Tätigkeit als Emerging Curator am Canadian Center for Architecture in Montreal. Akademische Erfahrungen sammelte er bereits an der RWTH, der BTU Cottbus-Senftenberg und an der Bauhaus Universität Weimar. Seit 2016 führt er das Büro „Atelier Fanelsa“ in Berlin und im Brandenburgischen Gerswalde.

Ganzheitliches „Architektieren“

Fanelsas Anliegen ist die Ausweitung der Architekturpraxis auf Reallabore, das Kreieren von 1:1-Prototypen und das Veranstalten von Workshops. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Diszplinen erachtet er dabei als essenziellen Bestandteil. Seine Lehre soll über die Hochschule hinaus in die praktische Erfahrung vor Ort übergehen. Mit den Studierenden möchte er die Potenziale von regionalen Wertschöpfungsketten und regionalem Know-how untersuchen und in die Projektarbeit einbeziehen. Eine offene Herangehensweise zu kultivieren, die sich nicht in den traditionell gedachten Grenzen der Profession erschöpft, ist das Ziel seines Lehrkonzeptes. Nur mit dieser Offenheit für neue Einflüsse und in Kooperation mit allen von einem Projekt beeinflussten Akteur*innen seien resiliente Lösungen zu finden, sagt Niklas Fanelsa. Er bezeichnet diese Praxis als ganzheitliches „Architektieren“.

Eigenständig Handeln

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Fanelsas Haltung ist ein proaktives Handeln der Architekt*innen, um an Lösungen für die großen Fragen unserer Zeit wie einer nachhaltigeren Lebensweise mitzuhelfen.

„Wir dürfen nicht auf andere warten, die uns damit beauftragen, sondern müssen in transdisziplinären Teams proaktiv die Systeme für die Gestaltung unserer gebauten Umwelt neu definieren.“ Niklas Fanelsa