Modulare Möbel aus Obstkisten

Umzüge kosten Geld und Nerven. Mit dem Ziel, Wohnungswechsel kostengünstiger und stressfreier zu gestalten, entwickelten die Architekturstudenten Marcel Galrau und Linus Starmann im Rahmen eines Kompaktentwurfs an der TU Braunschweig ein flexibles Möbelsystem. Es basiert auf den bekannten grünen Klappkisten für Obst und Gemüse aus dem Supermarkt.

Technische Universität Braunschweig

np | 08.04.2022

Am „Institut für Architekturbezogene Kunst“ (IAK) der TU Braunschweig haben sich die beiden Architekturstudenten Linus Starmann und Marcel Galrao mit der Frage auseinandergesetzt, wie Umzüge angenehmer und umweltfreundlicher ablaufen könnten. Um die Sperrmüllberge zu reduzieren, die sich nach WG-Auflösungen üblicherweise vor dem Haus anhäufen, entwickelten sie ein modulares Möbelsystem, das robuste Obstkisten als Bausteine nutzt und sich flexibel zusammenbauen lässt. Beim Umzug werden die Kisten einfach zusammengeklappt und platzsparend übereinander gestapelt. Betreut wurde der freie Kompaktentwurf, der den Namen move/able trägt, von Prof. Folke Köbberling.

Verbindungsstücke machen es möglich

Nachdem mit der meist grünen „Klappsteige“, in der Supermärkte Obst und Gemüse zum Verkauf anbieten, die geeignete Kiste gefunden war, fehlten nur noch Verbindungsteile, die einen möglichst einfachen Aufbau von Möbeln ohne zusätzliches Werkzeug möglich machen sollten. Also entwickelten die Studenten Klammern, Klemmen, Regalbodenhalter, Füße, Hacken, Stecker und Wandhalterungen, die sie aus PLA, einem synthetischen Polymer Polylactid mit dem 3D-Drucker herstellten. Da Seitenwände und Böden der Kisten ohnehin perforiert sind, können die Verbindungen ganz einfach eingehakt werden. So lassen sich die Möbel beliebig oft auseinander-, um- und wieder zusammenbauen – und überstehen sicher mehr als einen Umzug.

„Wir haben komplett reversible Verbinder und Gadgets entwickelt, die die Kisten unbeschadet zu einer Einheit zusammenfügen und ihnen neue Nutzungsmöglichkeiten geben.“

Heute Bett, morgen Schrank

Insgesamt haben Starmann und Galrao neun verschiedene Möbeltypen entwickelt und produziert, in die sich die Kisten verwandeln lassen, darunter Kommode, Hocker, Schrank, Bett, Schreibtisch oder Regal. Auf dem Instagram-Kanal des Instituts zeigen das Duo in einem Testlauf, wie sich die gesamte Einrichtung eines Zimmers innerhalb einer halben Stunde auf- und wieder abbauen lässt.

Auch bei Veranstaltungen sind die zusammenfaltbaren Möbel einsetzbar. Für die Landesvertretung Niedersachsen in Berlin haben die Studenten eine wandelbare Landschaft für verschiedene Events wie etwa Talkrunden, Modenschauen oder Lesungen geschaffen.