W/H/O/W we are: Datenbank und Ausstellung spiegeln 15 Jahre Lehre

Zeichnungen, Renderings und Modellfotos von rund 420 Studierenden: Das Wuppertaler Lehrgebiet Darstellungsmethodik und Entwerfen (DME) hat sein Archiv geordnet. Online und in einer Ausstellung zeigt es, was es dabei über sich selbst gelernt hat.

Zeichnungen, Renderings, Modellfotos, Collagen: Rund 970 Arbeiten von etwa 420 Studierenden hat das Lehr- und Forschungsgebiet DME der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) zusammengetragen. Anlass ist auch ein Jubiläum: Seit 15 Jahren lehrt Prof. Holger Hoffmann an der BUW. Für ihn Grund genug, die Studierenden seines Lehrgebiets in den Fokus zu rücken. Als Zeitreise durch anderthalb Jahrzehnte füllt die Ausstellung „W/H/O/W we are“ ab dem 6. November 2026 das Foyer am Campus Haspel. Zur Vernissage wird das Online-Archiv gelauncht.

Wer sind wir – und wie?

Was lehrt DME eigentlich? Vor allem, Architektur mit digitalen Werkzeugen zu entwerfen, darzustellen und zu materialisieren. Software und Code sind mehr als Hilfsmittel, denn sie verändern, was und wie entworfen wird. Methodisch setzt das Lehrgebiet auf „Research by Design“. Forschungsfragen fließen direkt in Seminare und Entwurfsprojekte, das Entwerfen selbst wird zum Untersuchungsinstrument. Stets geht es auch um Grundfragen der Architektur und den sorgsamen Umgang mit Ressourcen. 

Und wie lässt sich „W/H/O/W we are“ verstehen? Als staunendes „Wow“ über die Visualisierungskraft, aber auch als Frage, wer Architekt*innen sind, wie sie arbeiten und was sie derzeit umtreibt. Weil sie nicht gebaut werden, erproben studentische Projekte mit mehr Freiheit, was Architektur werden könnte. Entscheidend für den Wert der Lehre ist die Korrektur als produktive Auseinandersetzung: Lehrende stecken Rahmen ab, Studierende stellen sie schließlich infrage.

Jede Arbeit eine Sedcard

Um die Materialfülle aus fast allen DME-Kursen zu bändigen, baute das Team in Etappen und mithilfe eines KI-Tools die Datenbank auf. Jede der rund 970 Arbeiten liegt darin als „Sedcard“ vor. Sie ist mit Schlagworten zu Urheber*in, Jahr, Thema, Darstellungsform und Technik versehen. Im Online-Archiv sollen sich daraus schließlich eigene Sammlungen zusammenstellen und als PDF exportieren lassen.

Diagramme als Überblick und Selbstbefragung

Aus der Datenbank leitet das Team Diagramme über Themen, Jahre und Orte ab, die schließlich auch der Selbstreflexion dienen. Der „Evolutionary Tree“ zeigt, wie viele Arbeiten pro Jahr zu welchem Thema entstanden: Umbau und Transformation haben seit etwa 2016 deutlich zugelegt. „Traces“ macht hingegen sichtbar, wie stark Studierende, oft in Gruppen, das Lehrgebiet prägen. Ohne sie, sagt Hoffmann, wäre das DME schließlich nichts.

Zugleich sehen die Lehrenden, womit und woran Studierende arbeiten, KI inklusive. Die „DME World Map“ verortet die digital rekonstruierten Bauten auf Buckminster Fullers Dymaxion-Karte: Die westliche Moderne dominiert, Afrika bleibt leer. Diese teils eurozentristische Perspektive wollen die Lehrenden zukünftig ausweiten. 

Hinweise statt Antworten

Fertige Antworten will die Ausstellung nicht liefern, wohl aber Hinweise darauf, was Architekt*innen umtreibt. Zur Eröffnung präsentieren Absolvent*innen ihre Werdegänge im Pecha-Kucha-Format. Keynote und Panel fragen, wie Architekturlehre künftig aussehen kann. Je nach Resonanz könnte noch ein Buch folgen.