Weltreisende Professorin: Architektur muss nicht immer spektakulär sein
Anupama Kundoo ist Architektin, Professorin, Forscherin und Gründerin von Anupama Kundoo Architects in Berlin und Pondicherry. Aufgewachsen in Mumbai, begann ihre Praxis 1990 in Auroville – einer experimentellen Planstadt in Südindien – wo sie sich mit einer materialbasierten, sozial eingebetteten Bauweise auseinandersetzt. Nach dem Studium an der University of Mumbai promovierte sie 2008 an der Technischen Universität Berlin. Sie lehrte Architektur und Urban Management an verschiedenen internationalen Hochschulen, darunter Yale University und Columbia University und vertiefte ihre Expertise hinsichtlich rasante Urbanisierung und klimabezogene Entwicklungsprozesse. Nach sechs Jahren an der Fachhochschule Potsdam lehrt sie heute mit ihrem Fachgebiet Making Matters an der TU Berlin und forscht weiterhin zu ressourcenschonendem Bauen sowie Urban Design in Auroville.
Kundoo setzt auf menschliche Ressourcen: Zeit, Aufmerksamkeit, handwerkliches Können – statt auf industrielle Systeme und standardisierte Bauteile. In ihrer Lehre hinterfragt sie grundlegende Annahmen über Wissensaneignung. Was macht gutes Lernen aus? Warum muss Architektur nicht immer spektakulär sein? Und wie kann Architektur gesellschaftlichen Wandel fördern? Ein Gespräch über Verantwortung, experimentelle Lernräume, die Kraft des Nichtwissens – und darüber, warum Bauen nicht nur von Materialien handelt, sondern davon, wer wie mit welchen Mitteln etwas schafft.
Teaserbild: Anupama Kundoo, Foto: Andreas Deffner
Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath
Redaktion und Text: Katharina Lux