Spezial N_AS Summer School: Netzwerk Hochschule

Sei es das Denken im Bestand oder dessen Transformation: Die großen Fragen der Architektur bilden den Querschnitt ab und betreffen viele Köpfe. Gelehrt wird trotzdem oft in Säulen – Studiengänge laufen häufig eher nebeneinander als miteinander. Wie werden Hochschulen zum Netzwerk? Und was gewinnt die Lehre, wenn sie in die Stadt geht?

Es gehört zum Alumni-Podcast zu fragen, was Architekt*innen heute können müssen und wo sie es lernen. Für diese Spezialfolge war CAMPUS zu Gast bei der Summer School „Future Curricula Circuit Training“ der Neuen Architekturschule Siegen (N_AS). Dort ging es um die Frage: Was muss sich im Studium ändern, und was bedeutet das für die Disziplin? Im eigens eingerichteten Podcast-Studio im Druckhaus führten wir vier Gespräche mit jeweils zwei Teilnehmenden – einer*m Inputgeber*in und einer*m Studierenden. Thema zum Auftakt: die Hochschule als Netzwerk.

Für Thorsten Erl, Professor für Städtebau an der Siegener Fakultät für Bildung, Architektur und Künste, liegt eine Antwort in Kooperation. Fünf Hochschulen tragen den Master Städtebau NRW seit 20 Jahren gemeinsam – ein Modell, das sich gerade in Zeiten knapper Budgets bewährt. Lehrprojekte, die zusammen mit Kommunen und Bürger*innen entstehen, zeigen den Studierenden früh, dass es um mehr geht als ECTS-Punkte. Und sie üben, was die Praxis heute verlangt: Dialog statt Entwurf im stillen Kämmerlein.

Midori Severin, Bachelorstudentin an der ETH Zürich, hakt nach: Wie lange dauern solche Prozesse, wie stimmen sich fünf Hochschulen ab? An der ETH soll eine Curriculumsreform Tragwerk und Computational Design enger mit dem Entwurf verzahnen. Den Austausch mit der Stadt vermisst sie bislang.

Gemeinsam diskutierten wir: Welche Hebel haben Studierende in großen Strukturen? Was braucht ein Reallabor, um mehr als ein Schlagwort zu sein? Und warum führt die Spur bis nach Portugal? Ein Gespräch über Kooperation, Relevanz und Lehre, die in die Stadt wirkt.

Teaserbild: Thorsten Erl und Midori Severin, Foto: Max Mesch
Host, Produktion und Redaktion: 
Katharina Lux und Sorana Radulescu 
Text: Katharina Lux
Postproduktion: Robert Schulz