Architekturvermittlerin: Was positive Naivität mit einem Beruf macht
Als Kind saß Eva Maria Herrmann freitags im Stadtplanerbüro ihres Vaters und malte auf DIN-A0-Plänen. Dass sie später Architektur studieren würde, war ihr früh klar. Allerdings wurde ihr erst im Studium bewusst, dass sie es nie als Planerin ausüben würde. Eva ist Architektin, Redaktionsleitung des Deutschen Architekt*innenblatts (DAB), Moderatorin, Kuratorin und Mitinitiatorin des SaloN – Salon Nachhaltigkeit.
Ihr Weg dorthin folgte keinem Plan, sondern einer Reihe von Zufällen, die sie selbst als „positive Naivität“ beschreibt. Die erste Moderation übernahm sie spontan für jemanden, der ausgefallen war. Ihr erstes Buch entstand, weil ein Büro keine Zeit hatte. Und die Redaktionsleitung des DAB trat sie an, weil sie sich sagte: „Du bist bescheuert, wenn du es nicht machst.“ Seit Anfang 2026 verantwortet sie Print, Website, Newsletter und Social Media als Ökosystem – Sprachrohr für 140.000 Kammermitglieder.
Parallel dazu initiiert sie mit SaloN und dem Lunchclub des Netzwerks Architekturkommunikation niedrigschwellige Formate, in denen Kolleg*innen sich gegenseitig helfen, statt auf Anleitung zu warten.
Außerdem bildet sich Eva weiter: Mit 48 startete sie den MBA in Sustainability Management an der Leuphana Universität Lüneburg. Dort lernte sie, was sie im Architekturstudium vermisst hatte: Rahmenbedingungen zu hinterfragen und wissenschaftlich zu arbeiten.
Wie wird Architekturkommunikation zur eigenständigen Disziplin? Was braucht ein Berufsbild, das sich ständig neu erfindet? Und wie lernt man weiter, wenn es keinen Studiengang dafür gibt? Ein Gespräch über Zufälle als Methode, Vermittlung als Haltung und die Frage, wer eigentlich entscheidet, welche Themen unsere Disziplin bewegen.
Teaserbild: Eva Maria Herrmann, Foto: Karolin Klüppel
Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath
Redaktion und Text: Katharina Lux