Wie sieht die Fassade von morgen aus? Der Future Skins Award 2027

Studierende aufgepasst: Der Future Skins Award wird 2027 erstmals im Rahmen der R+T – Weltleitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz – in Stuttgart vergeben. 

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Gesucht werden beim Future Skins Award 2027 klimapositive Fassadenlösungen, die Architektur, Technik und Nachhaltigkeit zusammendenken. Der Wettbewerb richtet sich an Studierende der Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen und Fassadentechnik sowie verwandter Disziplinen wie Gebäudetechnik, Umweltplanung oder nachhaltiges Bauen.

Motivation und Jury

Organisiert und betreut wird der Award von Annabell Herwarth und Julia Weiß, beide Managerinnen Messe- und Eventleitung bei der Messe Stuttgart. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW), der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), der Hochschule für Technik Stuttgart (HFT), nexture+ und der European Solar Shading Organisation (ES-SO). Für die Organisatorinnen ist der Wettbewerb die Antwort auf eine drängende Frage: Wer gestaltet die Gebäudehülle der Zukunft und mit welchem Blick?

„Wir möchten jungen Menschen, die sich für das Thema Gebäudehülle begeistern, eine Plattform bieten und den persönlichen Austausch zwischen Industrieunternehmen, Studierenden und Vertreterinnen und Vertretern aus Praxis und Lehre ermöglichen. Studierende bringen oft einen frischen, unvoreingenommenen Blick mit. Genau diese Perspektive brauchen wir“, sagt Annabell Herwarth. Julia Weiß ergänzt: „Automatisierte Sonnenschutzsysteme können die für Klimaanlagen benötigte Kühlenergie erheblich reduzieren. Die Gebäudehülle ist nicht mehr nur passive Hülle, sondern aktiver Klimaakteur.“

Bewertet werden die Einreichungen von einer Jury aus Hochschule, Praxis und Forschung, die diese Haltung teilt. Prof. Jan Cremers, Dekan der Fakultät Architektur und Gestaltung an der HFT sowie Professor für Gebäudetechnologie und Integrierte Architektur, betont dabei nicht nur die gestalterische, sondern auch die ökologische Dimension: „Wir müssen zu einer neuen Ästhetik finden, die zum Beispiel Re-Use und andere Ansätze mit minimalen Umweltwirkungen gestalterisch auf hohem Niveau integriert.“

Prof. Volkmar Bleicher, Partner bei der Transsolar Energietechnik GmbH und Professor an der HFT, sieht das ähnlich: „Klimaneutralität im Lebenszyklus zu erreichen, gelingt nicht mit einer Maßnahme, sondern mit einem Bündel von Maßnahmen. Die Fassade spielt dabei aufgrund der Schnittstelle innen nach außen eine entscheidende Rolle.“

Mirjam Schnapper, Landesvorstand der Architektenkammer Baden-Württemberg und Vorsitzende des Netzwerks JunAS.BW, sieht im Wettbewerb eine Chance für beide Seiten: „Der Future Skins Award gibt Studierenden die Möglichkeit, diese Themen im Rahmen ihrer Entwürfe neu zu denken und weiterzuentwickeln. Diese neuen Perspektiven zu sehen und zu bewerten, empfinde ich als eine wertvolle Aufgabe.“

Was die Jury inhaltlich erwartet, lässt sich an den Positionen ihrer Mitglieder ablesen. Prof. Martin Haas, Gründer von haascookzemmrich STUDIO2050 und Vizepräsident der DGNB, plädiert beispielsweise für Reduktion statt Komplexität: „Der Anspruch, so wenig wie möglich und gleichzeitig so wiederverwendbar wie möglich zu bauen, wird unser architektonisches Handeln in Zukunft wesentlich bestimmen.“ Für Magdalena Weiss, Executive Partner bei gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, steht wiederum ein systemisches, typologiesensibles Denken im Fokus, das in der Planung technische und gestalterische Aspekte zusammenführt: „Das erfordert ganzheitliches und interdisziplinäres Denken. Wir brauchen nicht mehr technische Komplexität, sondern einfache und effektive Lösungen, ob im kleinen oder großen Maßstab.“

Neben den oben genannten Partnern unterstützen auch die Industriegrößen ALUKON KG, ROMA KG und Somfy GmbH den Wettbewerb, ebenso wie die Medienpartner Architektur Aktuell, architektur Fachmagazin und wa wettbewerbe aktuell. Unternehmen, die sich ebenfalls einbringen möchten, finden auf der Website der R+T weitere Informationen.

Einreichung bis 12. Januar 2027

Abgabeschluss der Wettbewerbsbeiträge ist der 12. Januar 2027. Die überzeugendsten Arbeiten werden am 17. Februar 2027 auf der R+T einem Fachpublikum aus Industrie, Handwerk und Medien präsentiert. Neben Sach- und Geldpreisen wird auch ein Publikumspreis vergeben. Die R+T – Weltleitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz – findet vom 15. bis 19. Februar 2027 in Stuttgart statt und bringt alle drei Jahre über 1.000 ausstellende Unternehmen aus mehr als 40 Ländern zusammen.

Parallel dazu findet am 18. Februar 2027 ARCHIKON – Landeskongress für Architektur und Stadtentwicklung – im ICS Internationalen Congresscenter Stuttgart statt. 

Alle Informationen zum Wettbewerb sind unter www.futureskins.eu zu finden.