Licht für die Stille Neue Beleuchtung für die Meereskapelle Upinniemi in Finnland

Text von Stephan Redeker | 14.04.2025

Inmitten eines aktiven Militärgeländes erhebt sich die Meereskapelle Upinniemi wie ein Schiffsbug aus dem Wasser. Weil die Beleuchtung des architektonisch und historisch wichtigen Sakralbaus ersetzt werden musste, entwickelte SG Leuchten eine maßgeschneiderte Lösung, die das Kirchenschiff heute neu inszeniert.

Die Meereskapelle Upinniemi gehört zu den wichtigsten Kirchenbauten Finnlands der 1960er-Jahre. Sie ist nicht nur die einzige Militärkirche Finnlands, die heute noch genutzt wird, sondern auch die einzige, die seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1917 überhaupt neu errichtet wurde. Ihre Lage am militärischen Standort der Garnison Upinniemi verleiht ihr eine besondere Aura – geprägt von Andacht, Funktionalität und nationaler Symbolik.

Wie eine Welle zur Architektur wurde
Die Form der Kapelle entspringt einer Legende – und einem Sturm. Der Erzählung nach geriet der Architekt Mikko Heliövaara einst mit seinem Segelboot vor felsiger Küste in solch starken Wellengang, dass sich der Bug dramatisch aus dem Wasser hob. Diese Szene inspirierte den Entwurf: das Kirchenschiff ragt zum Altar hin gen Himmel, während sich die Wände zugleich verjüngen – wie ein Schiffsbug. Der Glockenturm wiederum erinnert an ein aufgespanntes Segel – eine poetische Geste in klarer, skandinavischer Ausformung. Roter Backstein und warmes Holz geben der Kapelle eine geerdete Materialität.

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