Ein Stück Designgeschichte und Werkverzeichnis: Das „serien.book"
Die Publikation des Herstellers serien.lighting blickt auf mehr als vier Jahrzehnte Leuchtendesign zurück.
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1983 gründeten die beiden Designer Jean-Marc da Costa und Manfred Wolf serien.lighting in einer ehemaligen Metallwerkstatt in Rodgau bei Frankfurt – aus der Idee heraus, eigene Leuchtenentwürfe auch selbst herzustellen. Wie aus diesem Schritt ein international bekannter Leuchtenhersteller wurde, dokumentiert jetzt das erste umfassende Werkverzeichnis des Unternehmens: „serien.book – Over four decades of luminaire design from Rodgau, Germany“, erschienen im Frankfurter Verlag form. „Wer wissen möchte, wie unsere Marke und wir ticken, dem empfehlen wir dieses Buch. Es bringt unser Verständnis von Design perfekt zum Ausdruck“, so Jean-Marc da Costa. Und Manfred Wolf ergänzt: „In über 40 gemeinsamen Jahren ist einiges an Geschichten, Fotos und Zeichnungen zusammengekommen. Irgendwann dachten wir: Wenn wir das nicht selbst festhalten, geht vieles verloren oder lässt sich später kaum noch einordnen. Also haben wir entschieden, dass wir es selbst dokumentieren, und damit etwas Bleibendes geschaffen.“ Beim renommierten Wettbewerb „Die Schönsten Deutschen Bücher“ der Stiftung Buchkunst wurde es in der Kategorie Sachbuch als eines der schönsten Bücher 2026 prämiert.
Der Designforscher Prof. Markus Frenzl portraitiert darin über 45 Produktfamilien und zeichnet ihre Entstehungsgeschichten in persönlichen Gesprächen mit den beiden Gründern nach. Er ordnet die Entwürfe design- und architekturtheoretisch ein und bettet sie in ihren jeweiligen zeitlichen Kontext ein – von der gemeinsamen Studienzeit an der HfG Offenbach über die ersten internationalen Messeauftritte bis zu bekannter Architektur im In- und Ausland, die heute mit Leuchten von serien.lighting ausgestattet ist. Für Frenzl liegt der besondere Reiz der Firmengeschichte in ihrem Ausgangspunkt: „Sowas kann man also machen? Und noch viel überraschender: Man kann als Designerin oder Designer selbst eine Firma gründen und die eigenen Entwürfe herstellen. So ein Unternehmen würde man heute Start-up nennen. Damals war es eine kleine Sensation.“
serien.lighting zählt heute zu den inhabergeführten deutschen Leuchtenherstellern mit internationaler Reichweite und deckt mit seinen Kollektionen private wie gewerbliche Beleuchtungsaufgaben ab. Die Bandbreite reicht von privatem Wohnen über Büros bis zu Hotels, Gastronomie sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen.
Wer tiefer einsteigen will, findet im Buch Entwurfs- und Detailskizzen, bislang unveröffentlichte Fotos sowie die technischen Spezifikationen aller portraitierten Produktfamilien. Die hochwertige Gestaltung auf schwarzem Papier mit Silberdruck stammt vom Bureau Sandra Doeller. Der schwarze Bucheinband ist mit Relieflack versehen, der einen Lichtverlauf simuliert.
Für Studierende liest sich die Geschichte auch als Fallstudie: wie aus einer Werkstatt abseits der Großstadt ein eigenständiges Designunternehmen entstehen kann, wenn die Gründer Entwurf und Produktion selbst in der Hand behalten.