Wohnquartier wagnisWEST in München-Freiham Genossenschaftliches Wohnmodell für soziale Vielfalt und aktive Teilhabe
05.03.2026
Bild: Jens Weber/Connolly Weber
Stadtentwicklung soll Nachbarschaften stärken, Begegnung ermöglichen, Identität stiften und bezahlbaren Wohnraum sichern – Ziele, die angesichts zunehmender Privatisierung und steigender Immobilienpreise unter Druck geraten. Umso wichtiger sind gemeinwohlorientierte Wohnprojekte, insbesondere in hochpreisigen Städten wie München. An der westlichen Peripherie der bayerischen Landeshauptstadt entsteht seit 2006 mit Freiham ein neuer Stadtteil: Auf rund 350 Hektar werden bis 2040 bis zu 11.000 Wohnungen und etwa 18.000 Arbeitsplätze realisiert. Ein Drittel der Bauflächen wurde an Wohnbaugenossenschaften vergeben. Dazu zählt auch wagnisWEST, ein gemeinsames Wohnprojekt der wagnis eG und der Wohnungsgenossenschaft München-West eG (WGMW). Ziel ist ein genossenschaftliches Wohnmodell, das soziale Vielfalt, ökologische Verantwortung und gemeinschaftliche Teilhabe verbindet. Den Entwurf der vier Gebäudekomplexe verantwortet das Wiener Planungsbüro AllesWirdGut.
Wettbewerb und Städtebau
Die Planung begann im Jahr 2018, nachdem AllesWirdGut den geladenen Wettbewerb für sich entschieden hatte. Das Grundstück wird im Osten durch den Hans-Clarin-Weg und im Westen durch die Aubinger Allee begrenzt; im Norden und Süden schließen Grünflächen an. Auf der nahezu quadratischen Bebauungsfläche ordneten die Planenden vier heterogene Wohnkomplexe an: einen langen Wohnriegel und zwei Baukörper entlang der beiden Hauptstraßen sowie einen dreiteiligen Gebäudekomplex an der südlichen Grundstücksgrenze. Ziel des Entwurfs war es, anstelle einer klassischen Blockrandbebauung mit reihenhausartigen Strukturen eine lebendige „Mikrostadt“ zu entwickeln. Als Teil des dreiteiligen Gebäudeensembles bildet der „Gemeinschaftsmacher“ den räumlichen und sozialen Schwerpunkt des Areals und beherbergt vielfältige gemeinschaftlich genutzte Räume.