Wohnhaus Triemlistrasse Umbau und Erweiterung eines Zürcher Mehrfamilienhauses

23.06.2026

Atelier Candrian Meier gaben einem Mehrfamilienhaus im Westen Zürichs deutlich mehr Wohnraum und eine gänzlich neue Erscheinung.
Bild: Federico Farinatti

Dass Umbauten auch wirtschaftlich eine attraktive Alternative zum Ersatzneubau darstellen können, ist noch immer nicht selbstverständlich. Im Westen Zürichs gelang es Atelier Candrian Meier, einen privaten Bauherrn vom Erhalt seines Mehrfamilienhauses zu überzeugen. Ein Neubau hätte nach geltender Bau- und Zonenordnung größere Abstände zur Grundstücksgrenze einhalten müssen und damit deutlich weniger Wohnraum zur Folge gehabt. Durch den Umbau hingegen ließ er sich sogar erweitern. Gleichzeitig erhielt das Gebäude eine eigenständige Erscheinung, die es fast wie einen Neubau wirken lässt.

Inmitten einer Gartenstadtsiedlung der Nachkriegszeit

Das Mehrfamilienhaus liegt am Fuß des Uetlibergs. Nach der Eingemeindung der Nachbarschaft entstand hier in den 1940er-Jahren eine weitläufige Gartenstadtsiedlung aus locker gestreuten Zeilenbauten. Charakteristisch für die dreigeschossigen Wohnhäuser sind Satteldächer, beige Putzfassaden und hölzerne Fensterläden. Die Eingänge befinden sich auf der Gartenseite, zur Straße zeigen die Zweispänner mit je sechs Wohneinheiten vorgehängte Balkone. Wie das Haus vor dem Umbau ausgesehen hat, lässt sich auch ohne Bestandsfotos nachvollziehen: Die baugleichen Nachbarn zeigen den ursprünglichen Zustand. 

Gerade in dieser homogenen Umgebung sticht das transformierte Haus mit seiner glänzenden Fassade und der markanten Silhouette deutlich heraus. Zwar gehört die Bebauung an der Triemlistrasse zu einem der größten erhaltenen Gartenstadt-Ensembles der Zürcher Nachkriegszeit, unter Denkmalschutz steht sie jedoch nicht. Weder seitens des Bauherrn noch der Ämter bestand daher ein Zwang, sich formal unterzuordnen. So hatten die Architekt*innen großen gestalterischen Freiraum, den sie entschieden nutzten.

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