Wiederaufbau einer Kirche in Nürnberg Hölzernes Flechtwerk für eine gute Raumakustik

06.01.2021

Verborgen in einem Häuserblock der Lorenzer Altstadt im Zentrum Nürnbergs lugt die Kirche St. Martha aus einer Lücke zwischen den Häusern an der Königsstraße hervor.
Bild: PK Odessa, Schels/Lanz, München

Verborgen in einem Häuserblock der Lorenzer Altstadt im Zentrum Nürnbergs lugt die Kirche St. Martha aus einer Lücke zwischen den Häusern an der Königsstraße hervor. Als einzige Kirche in der Nürnberger Innenstadt hat sie beide Weltkriege weitestgehend unbeschadet überstanden. Im Sommer 2014 zerstörte jedoch ein Feuer den 1385 eingeweihten Sakralbau bis auf die Grundmauern. Im Rahmen des Wiederaufbaus entwickelten Florian Nagler Architekten eine Rekonstruktion der Kirche in ihrer historischen Außenkontur im Zusammenspiel mit einer zeitgenössischen Innenraumgestaltung.

Erhalten und ergänzt: Natursteinfassade
Die südwestliche Giebelfassade des Sakralbaus ist in rötlichem Naturstein gehalten. Schmückende Elemente sind nur sehr dezent verwendet worden. Die Ansicht der Fassade lässt eine dreischiffige Basilika als Form vermuten, tatsächlich gibt es neben dem Mittelschiff insgesamt vier unterschiedlich hohe Seitenschiffe. Das Hauptaugenmerk liegt auf den drei großen spitzbogigen Maßwerkfenstern. Das größte Fenster in der Mitte ist während des Brandes irreparabel beschädigt worden und musste aus diesem Grund ersetzt werden. Unterhalb des zentralen Fensters befinden sich zwei Portale, die in das Innere der Kirche führen. Die Portale werden von gitterförmigen Intarsien geziert, ein Muster, das auch im Innenraum aufgegriffen wird. Flankiert wird die mittlere Achse von zwei massiven, kolossalen Strebepfeilern. Jeweils ein niedrigeres Fenster markiert die Seitenschiffe. An den Bau ohne Querhaus schließen im Nordosten ein Chor und Apsis sowie ein eingeschossiger Versammlungsraum an.

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