Weleda Cradle Campus in Schwäbisch Gmünd Ressourcensparende Gebäude
24.03.2026
Bild: Henrik Schipper, Dortmund
Wie überall in Gewerbegebieten erstrecken sich auch in Schwäbisch Gmünd niedrige Hallengebäude mit fensterlosen Blechfassaden mehrere hundert Meter weit und breit – ein enormer Flächenverbrauch in der eigentlich schützenswerten Landschaft der Schwäbischen Alb. Für diesen Ort plante das Architekturbüro Michelgroup den Weleda Cradle Campus, der einen Gegenentwurf zum sorglosen Ressourcenfraß darstellt. Zwei hohe Gebäude, eines für die Logistik, eines für das Hochregallager, erheben sich aus der Landschaft, in die sich ein drittes Gebäude, die Verwaltung, halb eingräbt. Nur zwanzig Prozent des rund 72.000 Quadratmeter großen Grundstückes sind bebaut, der Rest wurde bunt und biodiversitätsfördernd bepflanzt. Die Volumen wurden nach einer Auswertung der lokalen Klimaeffekte im Abstand zueinander platziert. Ihre unterschiedlichen Ausrichtungen resultieren aus den berechneten Tageslicht- und Windverhältnissen. So fegt eine kühlende Brise durch das Ensemble und die Menschen, die dort arbeiten, profitieren von Luft, Licht und Ausblick.
Bauweise
Oberstes Ziel des Entwurfes war die energetische Nachhaltigkeit, ein weitgehendes Kreislaufprinzip bei den verwendeten Materialien und ein niedriger CO₂-Fußabdruck. Wo statisch und funktionsbedingt notwendig, baute man in Stahlbetonweise: Das halb eingegrabene Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes wurde wegen der Last der Erdmassen so errichtet; auch das Erd- sowie das erste Obergeschoss des mittigen Funktionsgebäudes haben eine Stahlbetonkonstruktion, die weite Spannweiten ermöglicht und so die Ausnutzung der Flächen bei hoher Tragfähigkeit erhöht. Zudem stützt sich die Konstruktion des Hochregallagers auf eine ins Erdreich eingelassene, somit von außen nicht sichtbare Stahlbetonwanne mit thermisch aktivierten Sockelwänden. Darüber erhebt sich eine Stampflehmwand aus 1.200 m³ Baugruben-Lehm.