Weingut Vignoble de Rhuys in Sarzeau Renaissance des bretonischen Weinbaus
04.07.2026
Bild: Guillaume Amat, Paris
Cidre, Karamell und Meersalz gelten als kulinarische Aushängeschilder der Bretagne. Seit einigen Jahren gesellt sich jedoch auch der Wein wieder dazu. Möglich machte dies eine Gesetzesänderung der EU aus dem Jahr 2016, die den Weinbau in der Region erneut zuließ. Dieser hatte eigentlich eine jahrhundertealte Tradition in der Region, die allerdings im frühen 20. Jahrhundert von der Reblaus beendet wurde. Das winzige Insekt zerstörte die historischen Reben, die einst von Mönchen angelegt worden waren. Das endgültige Aus für die verbliebenen Winzer folgte 1934 mit einem staatlichen Anbauverbot. Grund dafür war eine enorme Weinüberproduktion und ein damit einhergehender Preisverfall in Frankreich, dem die Behörden durch strenge Regulierung zu begegnen versuchten. Heute erlebt der bretonische Weinbau eine Renaissance. Junge Winzer*innen aus den berühmten französischen Weinregionen sind die Pionier*innen dieser Entwicklung. So wie Marie Devigne und Guillaume Hagnier – das Paar hat es aus der Champagne in die Gemeinde Sarzeau auf der Halbinsel Rhuys verschlagen, wo es sich vom Büro Carmen Maurice ein Weingut planen ließ.
Die Gemeinde Sarzeau und der Regionale Naturpark Golfe du Morbihan initiierten die Wiederbelebung der jahrhundertealten Weinbautradition und lobten einen Wettbewerb für Winzer*innen aus, den Marie Devigne und Guillaume Hagnier für sich entscheiden konnten. In der Champagne war der Hektarpreis für die beiden unbezahlbar – hier, ganz im Westen Frankreichs, ließ sich ihr Traum vom eigenen Weingut realisieren. Heute bauen sie auf ihrem fünf Hektar großen Vignoble de Rhuys Pinot Noir, Merlot und Floréal an. Dabei setzen sie auf biologischen Anbau und Handlese. Dieser naturnahe Ansatz spiegelt sich auch in dem Entwurf von Carmen Maurice wider.