Vöhlinschloss in Frickenhausen Licht im Denkmal
15.04.2026
Bild: Célia Uhalde, Marktoberdorf
In der Dorfmitte von Frickenhausen im Unterallgäu wurde ein echter Schatz gehoben: Das über fünfhundert Jahre alte Schloss der Memminger Kaufmannsfamilie Vöhlin stand zuletzt lange leer und war von Efeu dicht überwuchert. Bis das Architektenpaar Anna Kern und Sebastian Heinzelmann, die gemeinsam das Büro Kern Architekten führen, das historische Gebäude kaufte und es ebenso umfassend wie behutsam sanierte. Sie erhielten dafür mehrere hochrangige Auszeichnungen, darunter die Denkmalschutzmedaille 2025.
Zustand des Bestandes
Das 1492 errichtete Gebäude ist ein dreigeschossiger Satteldachbau mit zwei Rundtürmen, der mit seinen kleinen Fenstern, schmalen Schießscharten und massiv gemauerten, hoch aufragenden Wänden eher an eine Burg als an ein Schloss erinnert. Im 18. Jahrhundert wurde das Dach um zwei Zwerchhäuser und der Rittersaal um dekorativen Stuck ergänzt. Auch zwei Erker kamen hinzu. Die historischen Bauphasen sind bis heute ablesbar, beispielsweise am erdgeschossigen Tonnengewölbe und an den größtenteils noch bauzeitlichen Putzaufbauten. Insofern ist das Gebäude einzigartig und steht unter Denkmalschutz. Aber es war statisch in einem desolaten Zustand mit verfaulten Holzbalkenköpfen an den Zwischengeschossdecken, einer vom Gewölbe nach außen geschobenen, rissigen Außenwand, nicht mehr tragfähigen Fundamenten sowie Schäden am Dachgebälk.