Umbau: Tierkrematorium bei Prag Fliesenspiegel wortwörtlich

21.04.2021

Gut 30 Kilometer nordwestlich von Prag haben Petr Hájek Architekti einen ehemaligen Militärbunker zum Tierkrematorium umgebaut.
Bild: Benedikt Markel, Prag

Mit 200.000 Mann war die tschechoslowakische Volksarmee (bei 15 Millionen Einwohnern) die drittstärkste Armee des Ostblocks. Nach Ende des Kalten Krieges, Teilung in Tschechische und Slowakische Republik und Nato-Beitritt wurden die Streitkräfte reduziert und mehrere Militärstandorte geschlossen. So auch der Flugabwehr-Stützpunkt Drnov gut 30 Kilometer nordwestlich von Prag: Der große unterirdische Komplex sollte der Hauptstadtverteidigung dienen und ist heute ein militärhistorisches Museum. Einer von mehreren kleineren Servicebunkern des Standorts wurde nach Plänen von Petr Hájek Architekti aus Prag zu einen Tierkrematorium umgebaut.

Scheinbar unberührte Natur
Die nur 250 Quadratmeter große Anlage besteht aus ursprünglich drei unter einem angeschütteten, eingewachsenen Erdhügel verborgenen Räumen. Zwei größere von ihnen waren frontal über zwei nebeneinanderliegende Tore erschlossen, ein dritter, kleinerer über einen rechts gelegenen Seiteneingang. Als solcher erkennbar war der Militärbunker nur über die konkave Zugangssituation mit dem Doppelportal, flankiert von zwei der Geländeaufschüttung folgenden, abgestaffelten Stützwänden. Die Architekturschaffenden wollten den Charakter einer scheinbar „unberührten Natur“ des ehemaligen Militärgeländes beibehalten und kaschierten die Hauptfront hinter einer Spiegelfläche, die jetzt von den seitlichen Stützwänden gehalten zu sein scheint. 

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