Umbau der Zentrale Pratteln bei Basel Re-Use-Fassade mit gedrehten Profilblechen und wiederverwendeten Fensterrahmen
16.09.2026
Bild: Halmes Kobel, Basel
Pratteln – der Ortsname klingt nicht nur nach Rütteln und Rattern, die Kleinstadt südöstlich von Basel ist tatsächlich von Industrie und Gewerbe geprägt. Direkt nördlich des Bahnhofs wurde nun die Zentrale Pratteln – eine frühere Coop-Verteilzentrale – nach Plänen von Stereo Architektur umgebaut. Wo einst Warenströme zwischen Schiene und Straße bewegt wurden, entsteht mit sechs gemeinnützigen Bauträgerinnen ein durchmischtes Quartier mit Kultur, Gastronomie und Gewerbe sowie rund 470 Wohnungen. Der Bezug ist für Ende 2026 geplant.
Entgegen anderer Gebäude auf dem Areal blieb der rund 150 Meter lange, parallel zu den Gleisen stehende Gewerberiegel als Zeitzeuge und prägende südseitige Raumkante erhalten. Äußerlich scheinbar zweigeteilt, handelt es sich tatsächlich um ein über vier Phasen gewachsenes Konglomerat mit unterschiedlichen Tragsystemen. Der westseitige, insgesamt achtgeschossige Kopfbau wurde 1907 als Lagerhaus des COOP-Vorgängers VSK fertiggestellt. Mit seinem drei Geschosse hohen Mansardwalmdach, Quaderlisenen und Eckrustizierungen ist er eine imposante Erscheinung. Das Tragwerk weist längsseitig acht Stützenachsen auf. Zentral an der Nordfassade ist das Haupttreppenhaus angeordnet, ein weiteres befindet sich an der Westfassade.