Trauerhalle in Pardesia Gefaltetes Sichtbetondach auf baumartig verästelten Stahlstützen

16.10.2015

Ein symbolträchtiges Bauwerk hat das Ron Shenkin Studio for Architecture & Design auf dem Friedhof der israelischen Stadt Pardesia geplant
Bild: Shai Epstein, Zoran

Von den Obstplantagen, die einst die israelische Sharonebene zwischen der Mittelmeerküste im Westen und den Bergen Samariens im Osten bedeckten, ist nicht mehr viel geblieben. An ihre Stelle sind Häuser für die stetig wachsende Bevölkerung des Landes getreten. Jetzt erinnert ein ganz besonderes Bauwerk an die frühere Kulturlandschaft – vor allem aber ist es ein Symbol für den Lebenskreislauf. Gemeint ist die Trauerhalle, die das Ron Shenkin Studio for Architecture & Design am Rande der kleinen Stadt Pardesia schufen. Sie bietet den Hinterbliebenen Schutz und einen angemessenen Rahmen zum Abschiednehmen.

Unmittelbar südlich an die Gräber angrenzend, liegt die Halle etwas erhöht auf einem Plateau und wird über eine breite Freitreppe und eine Rampe erschlossen. Eigentlich besteht sie nur aus einem mehrfach geknickten Betondach. Das aber ist gewaltig und reicht auf der West- und Ostseite bis auf den Boden hinab; die anderen beiden Seiten sind offen. Getragen wird das Dach von 15 unterschiedlich hohen, weiß lackierten Stahlstützen, die sich in unregelmäßigen Abständen auf der Bodenplatte verteilen und sich nach oben hin verästeln. Sie sollen abgeholzte Bäume verkörpern und an unwiederbringliche Strukturen erinnern; das Dach den Lebensweg eines Menschen mit seinen Höhen und Tiefen widerspiegeln.

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