Temporärer Umbau: Kulturzentrum in München Gründung und Fassade in einem
11.07.2022
Bild: Oliver Jaist, Neustift
Schwere reiter – tanz theater musik: Wer bei diesem Namen an Konversion von Kaserne zu Kultur denkt, liegt prinzipiell richtig. Schon seit 2008 befindet sich die Spielstätte der freien Münchner Theaterszene am Nordrand des 20 Hektar großen Konversionsareals der ehemaligen Luitpold-Kaserne zwischen Maxvorstadt, Schwabing West und Olympiapark rund 2,5 Kilometer nordwestlich der Innenstadt. Das junge, ortsansässige Büro Mahlknecht Herrle Architektur hat hier für das von drei Vereinen betriebene Haus schwere reiter einen Interims-Neubau auf dem seit Jahren in Entwicklung befindlichen Kreativquartier Neuhausen errichtet.
Aus Kostengründen wurde statt der geplanten Sanierung der Bestandsbauten an der Schwere-Reiter-Straße ein Provisorium in der zweiten Reihe realisiert. Der eingeschossige, längsgerichtete Bau auf rund 20 mal 50 Metern Grundfläche sollte in kurzer Zeit, in simpler Bauweise und mit nach Rückbau wiederverwertbaren Materialien erstellt werden. Entsprechend klar ist er strukturiert: Hinter dem Haupteingang an der nordwestlichen Schmalseite befindet sich das Foyer mit Bar. Ihm folgt der große Bühnensaal mit 200 Quadratmetern Spielfläche und einer Tribüne mit 120 Sitzplätzen. Im südöstlichen Gebäudedrittel befinden sich das kleinere Studio als Raum für Proben, Workshops und Lesungen zzgl. Garderoben und Büros. Die Nebenräume wurden entlang der Nordostfassade organisiert.