Tankturm in Heidelberg Kulturzentrum im Industriedenkmal
22.11.2022
Bild: Thomas Ott
Vom Wasserturm zum Ort für Kulturschaffende: In der Nähe des Bahnhofs Heidelberg zeigt das Architekturbüro AAg Loebner Schäfer Weber, dass auch solch spezielle historische Gebäude durch eine behutsame Sanierung für neue Nutzungen hergerichtet werden können. Der Umgang mit dem Industriedenkmal war nicht einfach, vor allem, da es bereits einige Jahre leer stand. Dennoch wagten es die ortsansässigen Architekten 2014, das imposante Gebäude zu erwerben und es in Eigenregie umzubauen.
Mit dem Zug aus Richtung Mannheim kommend sind der hoch aufragende Turm und die großflächigen Ziegelfassaden gut sichtbar. Der robuste Betonbau liegt direkt an den Gleisen, etwa einen Kilometer vom Bahnhof entfernt, und gehört zu den wenigen erhaltenen Industriedenkmälern der Heidelberger Bahnstadt – mit 116 Hektar Fläche eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Deutschlands. Der Tankturm stammt ursprünglich aus dem Jahr 1920 und versorgte bis 1973 Dampflokomotiven aus seinem 330 Kubikmeter umfassenden Speicher mit Wasser. Währenddessen waren in den beiden zweigeschossigen Seitenflügeln, die den Turm flankieren, Schulungsräume untergebracht.