Stammhaus in Gossau Ein Atrium wie ein Baum

22.04.2026

Das Stammhaus ist Hauptsitz des Holzbauunternehmens Blumer Lehmann.
Bild: Jan Thoma | Blumer Lehmann

Computergestütztes Design ersetzt Handwerkstradition? Nicht so im schweizerischen Gossau. Hier eröffnete kürzlich der Hauptsitz eines traditionsreichen Holzbauunternehmens, der in enger Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster IntCDC der Universität Stuttgart konzipiert wurde. Das Forschungsstudio ergänzte den gerasterten Hybridbau um ein freigeformtes Atrium aus Fichtenholz. Damit lieferte es weitere Erkenntnisse für die feuchtebasierte Herstellung gekrümmter Holzwerkstoffe.

Symbiose aus Handwerk und Materialforschung

Das 1875 gegründete Unternehmen Blumer Lehmann arbeitete schon zuvor mit der Universität Stuttgart zusammen. 2024 hatte es gemeinsam mit dem Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung (ICD) und dem Institut für Tragkonstruktion und konstruktives Entwerfen (ITKE) einen Pavillon mit geschwungenem Dachtragwerk für die Landesgartenschau in Wangen realisiert. Parallel gründete sich an der Universität das Exzellenzcluster Integrative Computational Design and Construction (IntCDC), das seitdem die computergestützte Herstellung von Werkstoffen erforscht. 

Für den Großteil des Gebäudes zeichneten K&L Architekten verantwortlich. Ihr viergeschossiger Holzhybridbau besetzt eine ehemalige Lagerfläche auf dem Werkhof des Holzunternehmens und dient künftig rund 180 Mitarbeitenden als Arbeitsplatz. Im Erdgeschoss öffnet eine Cafeteria mit benachbartem Veranstaltungsraum auch für externe Gäste. Die Skelettstruktur mit vorgehängter Fassade und aussteifendem Betonkern ermöglicht eine flexible Einteilung der Büroräume in den Obergeschossen. Gleichzeitig war eine gewisse Grundflexibilität des Hauses essenziell, um den passgenauen Einbau des Atriums zu koordinieren, das dem Gebäude als Haupterschließung dient.

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