Stadttunnel Zürich Vom Geistertunnel zum Radschnellweg

15.01.2026

Der ungenutzte Autotunnel unter dem Zürcher Hauptbahnhof wurde nach Plänen von Huggenbergerfries zum Fahrradtunnel umgebaut.
Bild: Beat Bühler, Zürich

Unter den Gleisen des Zürcher Hauptbahnhofs verläuft eine Röhre, die lange keine Aufgabe hatte. Eigentlich als Teil einer Stadtautobahn errichtet, wurde der Tunnel aufgegeben, noch bevor das erste Auto durchgefahren war. Jahrzehntelang lag sie ungenutzt im Untergrund, seit 2025 bewegen sich Fahrräder hindurch. Nach Plänen des Zürcher Architekturbüros Huggenbergerfries wurde der Stadttunnel mit vergleichsweise wenigen Eingriffen aktiviert.

Ein Infrastrukturfragment aus Beton

Die Geschichte des heutigen Fahrradtunnels beginnt in den 1960er- und 1970er-Jahren. Damals plante die Stadt Zürich eine innerstädtische Autobahn, die den Bereich des Hauptbahnhofs teilweise unterirdisch queren sollte. Unter dem Gleisfeld und entlang des Flusses Sihl entstand ein 320 m langer und 6 m breiter Tunnelrohbau aus Stahlbeton. Doch noch während der Bauphase kippte die Stimmung. Kritik an der autozentrierten Stadtplanung wuchs, Umwelt- und Lärmdiskussionen gewannen an Gewicht, politischer Widerstand formierte sich. Am Ende blieb die Stadtautobahn ein Fragment.

Artikel auf Baunetz_Wissen Beton lesen