Stadtquartier Oostenburg in Amsterdam Wohnen auf der Werftinsel
20.07.2026
Bild: Sebastian van Damme
Die Niederlande sind berühmt für ihre Entwässerungstechniken, ohne die ein Großteil des Landes unter Wasser stehen würde. Mit ausgeklügeltem Ingenieurwissen rangen die Niederländer*innen im Laufe der Jahrhunderte dem Wasser sukzessive neues Land ab. Auch die Oostelijke Eilanden in Amsterdam entstanden auf diese Weise. Im 17. Jahrhundert wurden sie als ein Teil des Flusses IJ trockengelegt und zu künstlichen Inseln. Das einst industriell genutzte Hafengebiet dient heute größtenteils als Wohnquartier. Seit 2012 wird auch die Transformation von Oostenburg geplant, das letzte verbleibende industriell geprägte Areal der künstlichen Inselgruppe. Für den Städtebau zeichnen das Amsterdamer Büro Studioninedots gemeinsam mit Urhahn Stedenbouw & Strategie verantwortlich. Auftraggeberin ist die Wohnungsbaugenossenschaft Stadgenoot.
Einst befanden sich auf den Oostelijke Eilanden Werftgelände und Lagerhäuser. Oostenburg fungierte als Werftinsel der Vereinigten Ostindischen Kompanie: Die auf dem Kolonialsystem basierende Handelsgesellschaft setzte ihr Gewürzmonopol in Südostasien über anderthalb Jahrhunderte auch mit Waffengewalt durch. Nach deren Bankrott siedelte sich ab dem 19. Jahrhundert Industrie an. Von dieser bewegten Geschichte zeugen heute noch Hallen, Kaimauern und Kranböcke. Seit den 2010er-Jahren entsteht auf dem ehemaligen Hafen- und Industriegelände ein neues Wohnquartier. 2012 legte das Amsterdamer Büro Urhahn Stedenbouw & Strategie einen städtebaulichen Rahmenplan vor; seit 2015 arbeitet das ebenfalls in Amsterdam ansässige Büro Studioninedots an der Ausgestaltung der Baufelder, Volumen und architektonischen Leitlinien.