Space House in London Unauffälliger Einschub
03.02.2026
Bild: Gareth Gardner
Als George Marsh und das Team von R. Seifert & Partners in den 1960er-Jahren einen Bürokomplex an der Londoner Kemble Street entwarfen, befanden sich Europa und die USA gerade im Weltraumfieber: Juri Gagarin war als erster Mensch ins All gestiegen und die NASA arbeitete unter Hochdruck auf eine Mondlandung hin. Im Sog der Begeisterung erhielten der 1968 fertiggestellte zylindrische Turm und sein benachbarter Riegel den Namen Space House. Ein halbes Jahrhundert später wurde das Ensemble nach Plänen von Squire and Partners umfassend saniert. Dazu ließen sie auch einige der kreuzförmigen Betonfertigteile nachproduzieren, um den Turm aufzustocken.
Durchlässigkeit statt Blockrandbebauung
An dem Standort in Covent Garden befand sich zunächst das von General Electric genutzte Magnet House, ein 1922 fertiggestellter Bau mit neoklassizistischen Elementen und einem markanten Mittelrisalit. Immobilienentwickler Harry Hyams erwarb das Gebäude 1963 und ließ das trapezförmige Grundstück wenig später bereinigen. Am vierspurigen Kingsway wurde ein achtgeschossiger Langbau platziert und im Blockinneren ein 16-geschossiger Turm, verbunden durch eine zweigeschossige, verglaste Brücke. Durch die zwei separaten Baukörper entstanden neue Nischen und Plätze im Stadtraum. Teils hinter Stützen eingerückte Glasfassaden lösen die Erdgeschosszonen auf und geben den Volumen Leichtigkeit – ein deutlicher Kontrast zur vorherigen Blockrandbebauung.