Schulsanierung in Innsbruck Fassadentausch mit Botschaft
12.01.2021
Bild: David Schreyer, Tirol, Graz u.a.
Eine Kettenbrücke in Innsbruck? Wer heute in der Tiroler Landeshauptstadt danach sucht, kommt mehr als achtzig Jahre zu spät. Zwar überquerte ab 1843 zwei Kilometer nördlich der Innenstadt die wohl imposanteste Kettenbrücke Österreich-Ungarns den Inn, doch musste diese 1938/39 dem Neubau der vierspurigen Mühlauer Brücke weichen. Der alte Name aber hat sich erhalten: Neben dem Sanatorium Kettenbrücke betreibt hier die Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern auch das Bildungszentrum Schulen an der Kettenbrücke, bestehend aus Grund-, Mittelschule und Gymnasium sowie Berufsschule, Kinderkrippe, Kita und Schulhort.
Als der 1970er-Jahre-Bau der Grundschule zur Disposition stand, plädierte das ortsansässige Büro Studio Lois Architektur für Sanierung statt Abriss. So erfolgte ein Update des Gebäudes an der Nordspitze eines dreieckigen, nach Süden offenen Blockrandes. Zwischen dem Mittelschultrakt im Westen, einem schon zweifach aufgestockten Riegel aus den 1930er-Jahren und einer Betonkirche der 1960er-Jahre im Südosten hat das dreigeschossige Grundschulgebäude eine Gelenkfunktion innerhalb des heterogenen Ensembles inne, das über 80 Jahre in sieben Bauphasen gewachsen war.