SAWA Wohnhochhaus in Rotterdam Terrassierter Holzskelettbau
05.05.2026
Bild: Rosoriginal Photography, Alphen aan den Rijn
Rotterdam ist reich an architektonischen Hinguckern, dennoch fällt das Wohnhochhaus SAWA am Lloydpier direkt ins Auge: Der fünfzig Meter hohe Bau ist nahezu komplett aus Holz errichtet und treppt sich von Norden nach Westen über fünfzehn Terrassen herab, die als hängende Gärten geplant sind. Inspiration dafür waren asiatische Reisfelder, Sawah auf Indonesisch, denn hier am Pier legten einst die Schiffe der Reederei Rotterdamsche Lloyd an, die Passagiere und Waren zwischen dem heutigen Indonesien und den Niederlanden beförderten. Dieser Teil des Hafens wurde über Jahre für eine zentrumsnahe Wohnnutzung umgebaut; das enge Grundstück des SAWA war eine der letzten Baulücken, die ab 2019 von Mei architects and planners und den Projektentwicklern NICE Developers und ERA Contour geplant und realisiert wurde.
Soziale Durchmischung der Nachbarschaft
Die terrassierte Kubatur mit gestaffelten Geschossen ermöglicht eine gute Belichtung der Nachbargebäude und ist zugleich kompakt genug, um effizient nachzuverdichten. Insgesamt entstanden auf 12.500 Quadratmetern Geschossfläche 109 Wohnungen, die unterschiedliche Größen (von 50 bis 170 Quadratmetern) haben, teilweise vermietet, teilweise verkauft wurden und von denen einige für Menschen aus sogenannten systemrelevanten Berufen reserviert sind. Ziel war, die soziale Durchmischung der Nachbarschaft zu fördern. Damit sich die Menschen im Haus auch tatsächlich begegnen, plante das Architekturteam Laubengänge ein. Diese ersparen zudem eine mittige Flurerschließung und schaffen so Wohnungen, die sich von einer Gebäudeseite zur anderen erstrecken und so eine Querlüftung und eine gute Belichtung ermöglichen. Zahlreiche Serviceeinrichtungen im Gebäude kommen auch der Nachbarschaft des Viertels zugute und schaffen weitere Begegnungsorte, wie einen gemeinschaftlichen Gemüsegarten, ein Car- und Bikesharing-Angebot und Co-Working-Spaces.