Sanierung und Erweiterung eines viktorianischen Reihenhauses in London Mehr Platz und Licht mit zweigeschossigem Wohnwintergarten
13.09.2021
Bild: Ben Pipe, London
Schmal, lang, Reihenmittelhaus: Durch die geschickte
Neuorganisation der Innenräume und den Anbau eines gartenseitigen
Wintergartens ist es dem Architekten Satish Jassal gelungen, mehr
Platz und lichte Räume in dem rund 150 Jahre alten Wohnhaus im
Londoner Bezirk Borough of Haringey zu schaffen.
Wie viele Londoner Bezirke besteht auch der Stadtteil Borough von Haringey aus Straßenzügen mit viktorianischen Reihenhäusern. Zur Zeit der langen Regentschaft von Queen Victoria (1819-1901) von 1837 bis 1901 erlebte London eine gigantische Phase des Wachstums und der Bautätigkeit, die durchaus mit dem heutigen Hochhaus-Bauboom mit The Shard, The Pinnacle, The Gherkin oder One Blackfriars als internationale Finanzmetropole verglichen werden kann. Der damals vorherrschende Architekturstil, der sich im gesamten British Empire ausbreitete, wird deshalb nach dem Namen der Queen und Empress of India benannt. Auf den ersten Blick sehen diese langen Wohnhäuserzeilen in monotaktischer Reihung annähernd gleich aus, erst auf den zweiten Blick lassen sich subtile Varianten in Höhe und Breite, bei Fensterteilungen, Farben und Mauerwerksverbänden unterscheiden, die auch differenzierte Rückschlüsse auf den sozialen Status ihrer Bewohner zulassen. Es gibt die augenzwinkernde Behauptung, dass in London nur die Queen nicht in einem Reihenhaus wohne.