Sanierung der Burg Reichenau im Mühlkreis Weiterbauen statt Konservieren

12.01.2026

Burgruine Reichenau: Nach Plänen von Tp3 Architekten stabilisieren Betonergänzungen das Mauerwerk. und erschließen den Innenraum barrierearm.
Bild: Tp3 Architekten Nikolaus Schullerer, Franz Hochreiter und Noah Putz

1932 gab man die Burg Reichenau im oberösterreichischen Mühlkreis auf. Dächer brachen ein, Mauern verloren ihren Halt, Wasser und Frost beschleunigten den Zerfall. Zurück blieb eine Ruine. Jahrzehntelang geschah nichts. Erst 2004 begann eine schrittweise Revitalisierung. Tp3 Architekten sanierten die Anlage etappenweise und erschlossen sie für Kultur und Tourismus. Ihr Ansatz verzichtet bewusst auf Rekonstruktion. Statt Vergangenes nachzubauen, schreiben sie die Geschichte fort. Das Weiterbauen wird zum Prinzip. Alte und neue Zeitschichten sind klar erkennbar.

Nutzung als Erhaltungsstrategie

Die Geschichte der Burg Reichenau beginnt im frühen 14. Jahrhundert. Vermutlich zwischen 1310 und 1315 errichtet, war die Anlage nie ein statisches Gebilde. Über Jahrhunderte hinweg wurde sie erweitert, umgebaut und immer wieder an neue Anforderungen angepasst. Kriege und Brände hinterließen ebenso ihre Spuren wie wechselnde Besitz- und Herrschaftsverhältnisse. Schritt für Schritt entstand eine vielschichtige, unregelmäßige Anlage, die schließlich eine polygonale Ringmauer umschloss. 

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