Restaurierung und Umbau: Kaufhaus Samaritaine in Paris Das Denkmal und die Welle
12.10.2021
Bild: Pierre-Olivier Deschamps, Agence VU', Paris
Was hat ein Luxuskaufhaus mit einem Pumpwerk gemein? Antwort: den Namen. Der Pont Neuf in Paris, 1607 fertiggestellt, hatte außen an der Westseite einen Pumpturm, der die Brücke um zwei Geschosse überragte und die Tuilerien mit Seine-Wasser versorgte. Das Pumphaus wurde 1813 abgerissen, doch die Erinnerung an ein Wandrelief, das Jesus und die Samariterin zeigte, war geblieben. 1870 hatte der Straßenhändler Ernest Cognacq seinen ersten kleinen Laden direkt nördlich der Brücke eröffnet. Er nannte ihn „La Samaritaine“. Das Geschäft florierte schnell. Cognacq und seine Frau kauften mehr und mehr Ladenflächen auf. La Samaritaine avancierte zum Luxuskaufhaus verteilt über mehrere Gebäude. Bis 1910 entstand ein großer Jugendstilbau von Frantz Jourdain mit Glaskuppel und eiserner Treppenanlage. 1932 – nach dem Tod der Gründer – erhielt das Ensemble seinen südlichen Abschluss zur Seine mit einem Art-déco-Anbau von Henri Sauvage.
Jetzt hat das Tokioter Büro SANAA (Sejima And Nishizawa And Associates) zusammen mit mehreren anderen Architekten umfangreiche, über fünfzehn Jahre dauernde Restaurierungs- und Umbaumaßnahmen durchgeführt. Nachdem der Komplex 2005 nach Umsatzeinbußen und wegen Sicherheitsmängeln geschlossen werden musste, hatte SANAA sich 2008 in einem Wettbewerb durchgesetzt. Das Gesamtprojekt konzentrierte sich auf den leicht trapezförmigen Block zwischen Rue de Rivoli und Quai du Louvre im Norden und Süden sowie der Rue de l´Arbre Sec und der Rue de la Monnaie im Westen und Osten.