Pavillons bei Jennersdorf und bei Cottbus Eyecatcher mit transluzenter Membran

15.02.2022

Die Pavillonbauten – hier auf dem Areal der Hochzeitslocation Die Träumerei bei Jennersdorf – bestehen aus speziellen Holzgitterschalen in Form von hyperbolischen Paraboloiden.
Bild: Strohboid, Fehring

Ein Pavillon aus natürlichen Baustoffen, mit minimalem Ressourcenverbrauch, aber maximaler Leistungsfähigkeit: Damit wollen Max Schade und Fritz Walter, die Gründer von Strohboid, der Baubranche neue Möglichkeiten eröffnen. Der Name Strohboid setzt sich aus den beiden Wörtern Stroh und Paraboloid zusammen. Stroh steht stellvertretend für die natürlichen Materialien, wie etwa Holz und Lehm, die die Gründer einsetzen möchten. Stroh und Holz haben den Vorteil, dass sie CO2 binden und – wenn lange genug verwendet – negative Emissionen erzeugen. Dadurch lassen sich kohlendioxidneutrale Konstruktionen erreichen. Der Begriff Paraboloid verweist auf die Innovation der Firma: eine patentierte Holzgitterschale aus heimischem Buchenholz mit einer ausgezeichneten Tragfähigkeit. Vorläufig verwenden sie das Patent vor allem für Outdoor-Räume, wie etwa die Pavillons in Maria Bild bei Jennersdorf und in Großräschen bei Cottbus, die hier beispielhaft gezeigt werden. Geplant sind jedoch weitere modulare Bauten aus Stroh, Holz und Lehm, die einen neuen Trend für Nachhaltigkeit und natürliche Baustoffe in der Branche setzen sollen.

Robuste Holzkonstruktion
Vorbild der beiden Strohboid-Gründer ist zum einen die Natur selbst, wobei sie auf Baustoffe und Bauweisen zurückgreifen, die sich seit Jahrtausenden bewährt haben. Andererseits wurden sie von zwei Pionieren im Leichtbau, Wladimir Schuchow und Frei Otto, inspiriert. Schuchow hat im ausgehenden 19. Jahrhundert als erster Konstrukteur große Hyperboloidkonstruktionen geschaffen. Der Ingenieur Frei Otto war Gründer des Instituts für leichte Flächentragwerke an der TH Stuttgart. Sein bekanntestes Werk ist das Olympiazeltdach der Spiele 1972 in München, wo er der breiten Öffentlichkeit das architektonische und konstruktive Potenzial der Leichtbauweise vorführte. Ganz nach Ottos Ideal, mit minimalem Aufwand an Materie, Fläche und Energie moderne und funktionelle Konstruktionen zu schaffen, nutzt der Pavillon von Strohboid die Form des hyperbolischen Paraboloids. Diese Gitterschalenkonstruktion zählt zu den leichtesten und leistungsfähigsten Konstruktionen. Die Struktur ist daher äußerst robust und belastbar.

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