OWO Courtyard Pavilion in London Hochglanzpolierte Edelstahloberflächen und komplexe Isolierglasgeometrien
26.08.2024
Bild: Kyungsub Shin
Fast 120 Jahre lang blieb die Tür des Old War Office (OWO) in Londons Whitehall für die Öffentlichkeit verschlossen. Die Arbeiten am neuen Hauptquartier für das damalige Kriegsministerium von William Young begannen 1899 an der Stelle, an der einst der Whitehall-Palast gestanden hatte. Es diente als Arbeitsplatz einiger der berühmtesten Politiker des 20. Jahrhunderts und wurde zugleich als Treffpunkt für Spione und Militärchefs genutzt. Im Rahmen der Revitalisierung zu einem Luxushotel, diversen Restaurants und Bars sowie exklusiven Wohneinheiten erhielt es den Namen The OWO. Das ortsansässige Architekturbüro DaeWha Kang Design entwarf in diesem Zuge im großen Innenhof des historischen Gebäudes einen markanten Restaurantpavillon für das Café Lapérouse, der 2023 fertiggestellt wurde.
Mathematische Formsprache aus der Natur
Die besondere Geometrie des Pavillons ergibt sich aus der Fibonacci-Folge – eine mathematische Zahlenfolge, die Wachstumsvorgänge in der Natur beschreibt und die Basis für den Goldenen Schnitt bildet. Das sich aus dieser Logik ergebende geometrische Muster findet sich unter anderem in der spiralförmigen Anordnung der Kerne einer Sonnenblume wieder. Daran angelehnt entstand die skulpturale Form des Pavillons: Auf dem runden Dach bilden dreidimensional gewölbte, spiegelpolierte Edelstahlelemente das charakteristische mathematische Muster nach. Aus der Dachform ergibt sich der zickzackförmige Grundriss, der annähernd einen Kreis nachbildet und mit einer gläsernen Fassade abgeschlossen ist.