Neuapostolische Kirche in Neuhausen Sakralbau in weißem Sichtbeton
10.11.2012
Bild: Brigida González, Stuttgart
Ein Bibelzitat stand am Anfang der Planung für die neuapostolische Kirche im schwäbischen Neuhausen auf den Fildern: „Und er machte an das Haus Fenster mit festen Stäben davor“ bezieht sich auf den Bau des ersten Tempels, den König Salomo in Jerusalem errichten ließ, passt aber auch wunderbar auf den neuen Sakralbau, der nach einem Entwurf des Stuttgarter Architekten Stefan Pfäffle im Auftrag der Kirchengemeinde entstand. Er schuf einen geometrisch klaren Baukörper unterschiedlicher Höhe aus weißem Sichtbeton, dessen schlanke Stützen nicht nur wichtige Bauelemente der Sakralarchitektur sind, sondern auch die oben genannten Stäbe verkörpern.
In einer Übergangszone zwischen Industriegebiet und loser Wohnbebauung gelegen, übernimmt der strahlend helle Kirchenneubau die Funktion eines Mittlers im heterogenen Umfeld. Während er sich in Volumen und Höhe an den Nachbargebäuden orientiert, sticht er in seiner Gestaltung deutlich heraus. Dazu trägt unter anderem die Anordnung der Kirche an der vorderen, südlichen Grundstücksgrenze bei, die dafür sorgt, dass sie schon von Weitem zu sehen ist. Auf dieser Seite liegt auch die Erschließung. Die Besucher betreten das Gelände durch eine rahmenartige Öffnung in einer der Kirche vorgelagerten Begrenzungswand aus Beton. Diese verläuft über die gesamte Grundstücksbreite und grenzt das Gebäude vom Straßenraum ab. Gleichzeitig lässt sie einen geschützten Hof entstehen, der als Kommunikationszone, aber auch aus Rückzugsort von Hektik und Alltag genutzt werden kann. Von dort gelangen die Besucher unter einem weit auskragenden, von hohen Stützen getragenen Dach durch zwei schmale Eingangstüren mit hauchdünnen Vordächern in das eingeschossige, sehr lichte Foyer. Es dient als Verteiler, von dem aus über einen seitlichen Flur der ebenfalls eingeschossige Gebäudeteil mit Sakristei, Funktions-, Neben- und Gruppenräumen erschlossen wird. Letztere sind mittels mobiler Trennwände untereinander zuschaltbar und erhalten viel Tageslicht durch raumhohe Fenster in der Ostfassade.