Multifunktionsgebäude in Barbian Früh angesetzte Baustellensicherheit am Hang
06.08.2026
Bild: Oskar Da Riz
Ein neues Gebäude verleiht dem südlichen Ortseingang der italienischen Gemeinde Barbiano (dt. Barbian) neuen Glanz. Der 2025 fertiggestellte Bau, entworfen vom Bozner Architekturbüro Roland Baldi, prägt den Dorfeingang mit seiner markanten, städtebaulich inszenierten Kubatur. Auf rund 1.590 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bietet er Raum für vielfältige Nutzungen – von Bildungseinrichtungen über Tourismus bis hin zu Mobilität. So entstand ein neuer Treffpunkt für Bewohner*innen und Besucher*innen. Gefördert durch das Aufbau- und Resilienzprogramm PNRR (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza) der NextGenerationEU, zeigt das Projekt, wie ländliche Gemeinden durch innovative Architektur jenseits traditioneller Strukturen profitieren können.
Das grüne Stadttor von Barbian
Die am südtiroler Eisacktal gelegene Ortschaft ist von einer ausgeprägten Topografie gekennzeichnet: Die steilen Hänge bieten schon von Weitem einen Blick über das gesamte Dorf. Kein Wunder also, dass das auffällige Ensemble sich mit seiner pastellgrün lasierten Holzfassade, den Flachdächern und der unregelmäßigen Lochfassade unter der homogenen Bebauung aus traditionellen alpinen Satteldachhäusern nicht gerade unterordnet und für Diskussionen unter den Bewohner*innen sorgt. Stattdessen wirkt es, als würde das Gebäude, bestehend aus einer dreigeschossigen Kindertagesstätte mit Dachterrasse und Spielbereich sowie einem frei stehenden, gegenüberliegenden Erschließungsturm mit Tourismusbüro, sich physisch zurücknehmen, um Platz für die Besucher*innen und Mobilität, etwa für den neuen Buswendeplatz, zu schaffen. Der Bau schmiegt sich behutsam an die anschließenden Natursteinmauern an und greift deren Materialität in den Sockelgeschossen auf. Verbunden werden die beiden Gebäudeteile durch eine Brücke, die den sicheren Übergang vom Hauptgebäude zum Turm ermöglicht. Rückwärtig erhielt der Erschließungsturm eine weitere Brücke.