Mit reduzierten Baustandards Kosten senken Sieben Maßnahmen für einen günstigen Wohnungsbau
06.01.2026
Bild: Stadtblick Architekten
In Ballungsregionen ist günstiger Wohnraum rar. Der sogenannte Hamburger Standard, eine experimentelle Wohnungsbauinitiative der Stadt Hamburg, soll die Baukosten für öffentlich geförderte Wohnungen um bis zu 30 Prozent auf maximal 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche reduzieren. Das soll über kostenreduzierte Baustandards, optimierte Planungsprozesse und beschleunigte Verfahren funktionieren und bedarf einer Änderung bestehender Gesetze und einer hohen Digitalisierung von Arbeits-, Verwaltungs- und Genehmigungsprozessen.
Baustandards senken
Das sei aktuell nicht realistisch und nicht umsetzbar, kritisiert der Architekt Stefan Scholz von Stadtblick Architekten. Er verweist auf eine Alternative: Sein Team zeigt mit der Planung eines Hamburger Wohngebäudes, dass sich Kosten alleine über reduzierte Baustandards stark senken lassen. Das Mehrfamilienhaus Am Horner Moor hat deutlich weniger Bruttobaukosten als die durchschnittliche Hamburger Neubauwohnung, bei vergleichsweise hoher Bauqualität und Ausstattung. So hat das Gebäude eine Klinkerfassade, einen Aufzug, eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und daher einen KfW-Effizienhaus-40-Standard, Einbauküchen und Parkettböden. Trotzdem lagen die Bruttobaukosten bei nur 3.693 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bezogen auf die für die Einsparung relevantesten Baukostengruppen 300 und 400 betragen die Bruttobaukosten nur 2.750 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, das sind fast dreißig Prozent unter den vergleichbaren Durchschnittswerten. Nach Berechnungen von Stadtblick Architekten und der HafenCity Universität Hamburg wären beim selben Projekt, aber mit einfacher Putzfassade und ohne Lüftungsanlage, weitere zehn Prozent Mehreinsparungen drin. Dann würden die Kosten dieses Gebäudes nur über die reduzierten Baustandards den im Hamburger Standard geforderten Baukostenrahmen fast erreichen. Dabei wurden die anerkannten Regeln der Technik, wie zum Schallschutz, eingehalten. Wie das funktioniert? Hier verrät Stefan Scholz, welche sieben Faktoren die Kosten für den Wohnungsbau deutlich senken: