Mehrfamilienhaus „Stegenmühle“ in Wetzikon Neue Heizungsanlage mit historischem Charme
22.05.2021
Bild: Silvano Pedrett Photography, Zürich
Die Stegenmühle ist ein wichtiger Teil der Industriegeschichte der Schweizerischen Gemeinde Wetzikon nahe Zürich. Sie wurde bereits 1378 urkundlich erwähnt. Für die jüngsten Sanierungs- und Umbaumaßnahmen zeichnen Moos Giuliani Herrmann Architekten aus dem benachbarten Uster verantwortlich. In dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus befinden sich nun neun Wohneinheiten, die – zur historischen Gebäudegestalt passend – mit neuen Röhrenheizkörpern und händisch geschweißten Aufputz-Stahlrohren ausgestattet wurden.
Das Stadtbild der Gemeinde Wetzikon wurde zur Zeit der Industriellen Revolution geprägt. Entlang dem Aabach und dem Kemptnerbach entstanden in dieser Zeit neue Siedlungen mit Fabrikgebäuden und Arbeiterwohnhäusern. Ein frühes Zeugnis dieser gesellschaftlichen Umwälzungen ist auch die Nutzung der Stegenmühle. Im oberen Stockwerk der einstigen Müllerei richtete der Unternehmer Heinrich Kunz im Jahr 1815 erste Spinnstühle für seine Angestellten ein. Ab 1857 – Kunz hatte in der Zwischenzeit mehrere Spinnerei-Fabriken errichtet – wurde das Gebäude als Wohnhaus für die Arbeitenden der Spinnereien genutzt. Als eines der ersten Bauten des Industrieensembles Aathal und als letztes heute noch erhaltenes Bauwerk des früheren Mühlenstandortes Stegen besitzt das Haus somit eine wichtige ortsgeschichtliche Bedeutung, weshalb es auch im ISOS, dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung, gelistet ist.