Mary’s Mantle Chapel auf dem Domberg in Freising Kraftvolles architektonisches Statement aus wiederverwendeten Dachziegeln
28.03.2025
Bild: Thomas Dashuber, München
Mit der Ausstellung 724. Männer. Macht. Geschichten. feierte das Diözesanmuseum in Freising im vergangenen Jahr sein 1.300-jähriges Bestehen. Es ist Christoph Kürzeders, Direktor des Diözesanmuseums, ein wichtiges Anliegen, starke weibliche Positionen zeitgenössischer Kunst auf den über ein Jahrtausend von Männern geprägten Domberg zu bringen. Zuletzt konnte er die New Yorker Künstlerin Kiki Smith gewinnen, die in München ein zweites Zuhause gefunden hat. Gemeinsam mit den Architekt*innen vom Büro Brückner & Brückner gestaltete sie eine kleine, bescheidene Kapelle in direkter Nachbarschaft des weiß strahlenden Diözesanmuseums: Mary’s Mantle Chapel, benannt nach der Schutzmantelmadonna. Den Standort auf der westlichen Kante des Plateaus wählte die Künstlerin selbst. Der Blick über die Freisinger Altstadt und hinüber nach Weihenstephan war ihr dabei wichtig.
Der Domberg in Freising ist nicht nur topografisch, sondern auch kulturell ein herausragender Ort. Bereits 2022 öffnete Brückner & Brückner den 1870 als Knabenseminar errichteten und ab 1974 museal genutzten Bau des Diözesanmuseums an der Südkante des Dombergs nach allen Seiten und transformierte ihn zu einem Licht durchflutetem Ort (siehe auch Bauwerke zum Thema). Zwei Jahre später folgte nun Mary‘s Mantle Chapel – ein schlichter, dunkler Monolith mit einer Grundfläche von gerade einmal vier mal vier Metern. Und dennoch ist er nicht minder wirkungsvoll, wenn auch auf gänzlich andere Weise.