Konventgebäude in Erfurt Tageslicht für die Kaskadentreppe
17.11.2020
Bild: Lars Jugel, Erfurt
Erfurt baut um. So soll am Hauptbahnhof der thüringischen
Kapitale in den kommenden Jahren die sogenannte ICE City
emporwachsen. Während das Stadtbild in diesem Zuge um zwei neue
Hochhäuser bereichert werden wird, ist zuletzt, nur wenige hundert
Meter entfernt, ein nicht minder bemerkenswerter Bau entstanden.
Dass aber das neue Konventgebäude des Ursulinenklosters
gleichwohl den Wenigsten auffallen dürfte, ist nicht nur der
Hoflage zuzuschreiben. Vielmehr bedingen Kubatur wie Materialität,
dass der Neubau, errichtet nach Plänen des ortsansässigen Büros
Hauschild Architekten, ganz und gar in seiner historischen
Nachbarschaft aufgeht.
Das Kloster, das heute zwischen Krämerbrücke und Juri-Gargarin-Ring an der Anger genannten Einkaufsstraße liegt, die sich im Nordosten zum Platz weitet, wurde bereits im 12. Jahrhundert gegründet. Vormals Wirkungsstätte der Augustinerchorfrauen und sodann der Magdalenerinnen, wird es seit über dreihundert Jahren, allem weltlichen Getöse zum Trotze, durch die Gesellschaft der heiligen Ursula geführt. Wie allerdings die Zeiten und, mit ihnen, die Herrschaften wechselten, unterlag auch der Klosterkomplex mannigfaltigen Änderungen. Der gotische Kirchenbau etwa wurde errichtet, nachdem der romanische Vorgängerbau abgebrannt war. Im 19. Jahrhundert stark überformt, musste der Sakralbau, im Zweiten Weltkrieg durch ein Feuer zerstört, nach 1945 wiederhergestellt werden.