Kaufhaus des Westens in Berlin Fahrtreppen als Orientierungspunkte
05.11.2021
Bild: Photograph by Marco Cappelletti, Courtesy of OMA
In seinem Text mit dem Titel Junkspace, der 2001 im Harvard
Design School Guide to Shopping erschienen ist, unterzieht
Rem Koolhaas Orte der Konsumkultur einer scharfen Kritik. Umso
spannender ist es, dass er zwanzig Jahre später mit dem
durch ihn gegründete Architekturbüro Office for Metropolitan
Architecture (OMA) und Partnerin Ellen van Loon den Umbau des
Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) verantwortet. Die
Umgestaltung ist die bisher tiefgreifendste in der über
einhundertjährigen Geschichte des Konsumtempels. Eine Vierteilung
des Gebäudes und der Einbau von vier unterschiedlich gestalteten
Rolltreppen sollen die Orientierung im Gebäude verbessern.
Öffnung des Gebäudes zur Stadt
Mit mehr als 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche gehört das
Berliner KaDeWe zu den größten Kaufhäusern Europas. Seine
Geschichte beginnt um die Jahrhundertwende: Von dem Kaufmann Adolf
Jandorf gegründet und von dem Architekten Emil Schaudt im
neoklassizistischen Stil entworfen, eröffnete das fünfgeschossige
Warenhaus am 27. März 1907 nach nur einjähriger Bauzeit. Die
horizontal gegliederte und geschlossene Fassade aus fränkischem
Muschelkalk wurde durch zwei Mittelrisalite unterbrochen. Im Laufe
der Zeit immer wieder aus- und umgebaut, brannte das Haus im
Zweiten Weltkrieg aus, wurde später aber vollständig
rekonstruiert.