Kaomai Museum und Teehaus in Chiang Mai Mauerwerk als Träger der Erinnerung
05.08.2026
Bild: Spaceshift Studio, Bangkok
Bei der Transformation industrieller, nicht mehr genutzter Areale handelt es sich hierzulande meist um Hafenanlagen, Fabriken, Brauereien oder Schlachthöfe. In Chiang Mai im Norden Thailands startete 2016 hingegen die Umnutzung und Revitalisierung einer ehemaligen Tabakverarbeitungsanlage aus den 1950er-Jahren, zu der unter anderem fünfzig Trockenscheunen gehören. Das rund sieben Hektar große Kaomai Estate 1955 dient heute als Freilichtmuseum, Café, Teehaus und Hotel, das Industriegeschichte mit üppiger Natur verbindet. Der Masterplan und die architektonischen Pläne zur Umnutzung stammen vom Architekturbüro PAVA architects aus Bangkok.
Nachdem die Tabakverarbeitung 1995 eingestellt wurde, verfielen viele Gebäude, während sich die Vegetation das Areal zunehmend zurückeroberte. Diese gewachsene Verbindung von Architektur und Landschaft bildet den Ausgangspunkt der Umnutzung. Bestehende Wege, Freiräume und Bäume wurden weitgehend erhalten und durch Rundwege sowie Informationstafeln ergänzt. Das gesamte Gelände fungiert als begehbares Museum, das die Geschichte der Tabakproduktion ebenso aufzeigt wie die hier vorkommenden Vogel- und Pflanzenarten.