Hochwasserschutz in Steyl Balkon an der Maas

21.06.2026

Das niederländische Klosterdorf Steyl an der Maas verfügt über ein neues Hochwasserschutzsystem.
Bild: Eva Bloem

Am Ufern der Maas liegt das niederländische Klosterdorf Steyl. Ende des 19. Jahrhunderts gründete Arnold Janssen dort mit den Steyeler Missionaren eine katholische Ordensgemeinschaft, zu der auch zwei Gemeinschaften von Missionsschwestern zählen. Zusammengenommen bilden sie das Klosterdorf Steyl, das heute rund 3.600 Einwohner*innen zählt. Seit 2008 steht das Ensemble unter Denkmalschutz. Ein wichtiger identitätsstiftender Bezugspunkt des Ortes ist der Fluss. Doch bei Starkregenereignissen kann dieser zur Gefahr werden. Um den historischen Dorfkern in Zukunft vor Überflutung zu bewahren, entschied sich die Gemeinde, ein neues Hochwasserschutzsystem zu errichten. Das von dem Amsterdamer Büro NEXT architects gemeinsam mit Trafique geplante Bauwerk schützt die Bewohner*innen in Zukunft vor bis zu drei Metern Hochwasser. 

Auf den ersten Blick ist der Hochwasserschutz kaum zu erkennen. Stattdessen erscheint die sanierte Flusspromenade als einladender öffentlicher Ort, mit einer Sitzlandschaft aus Bänken, niedrigen Mauern und Sitzstufen: Als Balkon an der Maas soll die Baumaßnahme Anwohner*innen und Besuchende einladen, die Nähe zum Wasser zu genießen. Teil der neugestalteten Anlage sind auch Grünflächen. Einzig zwei massive Mauern aus Flusssteinen zu beiden Seiten der Promenade markieren für aufmerksame Spaziergänger*innen, dass man eine Hochwasserschutzanlage betritt. Nach der Flutkatastrophe 2021, die auch in Deutschland zu verheerenden Zerstörungen führte, initiierte die Gemeinde den Bau eines neuen Hochwasserschutzsystems. Das Projekt ist Teil eines umfassenden nationalen Hochwasserschutzprogramms der Niederlande, in dessen Zuge in den nächsten dreißig Jahren rund 2.000 Deichkilometer errichtet werden sollen. 

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